Treffen der Welsfreunde – Negast 2019

Wir haben schon Mitte April. Trotzdem wurde es für die Jahreszeit sehr kalt in Mecklenburg. Am Samstagmorgen war auf einem Auto auch noch Schnee zu sehen. Das Wetter konnte uns Welsfreunde auch in diesem Jahr nicht davon abhalten nach Negast zu kommen.

Entgegen den letzten vorangehenden Jahren gab es dieses Mal auch wieder einen Vortrag am Freitagabend:

Hans-Georg Evers – „Salmler aus Brasilien“

Hans berichtete über Salmler, die er während seiner letzten Reisen nach Brasilien nachweisen bzw. entdecken konnte.

Ein Ziel war dabei der Oberlauf des rio Tapajós bzw. rio Teles Pires. Hans sagt dass dieses auf Grund der getrennten Habitate ein Hotspot für Salmler ist. Zum Beispiel konnten gefangen werden: Hyphessobrycon wadai, Hyphessobrycon montagi, Hyphessobrycon vilmae, Hemigrammus arua, Hasemania nambiquara, Moenkhausia cosmops, Thayeria tapajonica, Hyphessobrycon hexastichos, Hyphessobrycon peugeoti, Hyphessobrycon myrmex, Hyphessobrycon sp. „Blue Ribbon“, Hyphessobrycon melanostichos, Hyphessobrycon piranga und Hyphessobrycon cf. haraldschultzi

Weiterhin nahm Hans an einer Exkursion in Mato Grosso do Sul teil. Dabei kam er unter anderem an den Ribeirão do Viados. Ins Netz gingen dort: Acestrorhynchus pantaneiro, Poptella paraguayensis, Phenocogaster tegatus, Tetragonopterus argentus, Caenotrophus labyrinthicus, Astyanax marionae, Astyanax cf. lineatus, Moenkhausia cf. forestii, Hoplias mbigua, Bryconops cf. affinis, Odontostilbe pequira und Hemigrammus machadoi.

Ein weiterer Fangort war der corregó Boiadero bei Alto Araguaia in Mato Grosso. Von dort stammen Hyphessobrycon langeanii, Hyphessobrycon weitzmanorum, Hyphessobrycon eilyos sowie Leporinus maculatus

Also drei Fundorte mit sehr interessanten und auch schönen Salmlern.

Hans-Georg Evers "Salmler aus Brasilien"
Hans-Georg Evers "Salmler aus Brasilien"
Hans-Georg Evers "Salmler aus Brasilien"
Hans-Georg Evers "Salmler aus Brasilien"

Dr. Peter Debold – Eröffnung des Welstreffen Negast 2019

Der offizielle Beginn des Treffens der Welsfreunde war natürlich der Samstagmorgen. Eröffnet wurde es wie gewohnt von Dr. Peter Debold.

Dr. Peter Debold
Dr. Peter Debold

Dr. Rainer Hoyer – „Kamboscha“

Im ersten Vortrag nahm uns Rainer nach Kambodscha mit. Im Mittelpunkt stand die Region um Angkor, die auch durch viele Tempelruinen bekannt ist.

Unterwegs schaute Rainer sich auch in der Natur um. Dabei traf er zum Beispiel auf folgende Fische: Gemeiner Hechtling (Aplocheilus panchax), Kletterfisch (Anabas testudineus), Schlangenkopffisch (Channa striata), Kiemensackwels (Heteropneustes fossilis), Gestreifter Sägeschuppenbarsch (Pristolepis fasciata), Blauer Fadenfisch (Trichopodus pectoralis), Knurrender Gurami (Trichopsis vittata), Schallers knurrender Gurami (Trichopsis schalleri), Flugbarbe (Esomus danricus), Barbodes aurotaeniatus, Mystus velifer, Glasbarsch (Ambassis gymnocephalus), Rotschwanzbärbling (Rasbora borapetenisis), Marmorgrundel (Oxyeleotris marmorata), Rasbora paviana, Barbodes rhombeus, Betta prima und Schillerbärbling (Danio albolineatus).

Hinzu kamen eine ganze Menge Bilder von unterschiedlichen Schmetterlingsarten. Insbesondere für die Fotos hat sicherlich eine Menge Geduld gehört.

Dr. Rainer Hoyer "Kambodscha"
Dr. Rainer Hoyer "Kambodscha"
Dr. Rainer Hoyer "Kambodscha"
Dr. Rainer Hoyer "Kambodscha"

Dietmar Franz – „Darmatmung, Laichverhalten und Befruchtung bei Schwielenwelsen“

Das Fortpflanzungsverhalten der Schwielenwelse ist noch nicht abschließend geklärt. Dietmar zeigte uns Bilder und Videos von der Paarung von Hoplosternum littorale. (Youtube).

Die Frage offene Frage ist, wann und wie werden die Eier befruchtet? Dieser Vortrag hat sicherlich auf dem Treffen zu den meisten Diskussionen geführt und auch einige Ideen geliefert, wie man das weiter untersuchen könnte.

Hoplosternum littorale

Dietmar Franz "Darmatmung, Laichverhalten und Befruchtung bei Schwielenwelsen"
Dietmar Franz "Darmatmung, Laichverhalten und Befruchtung bei Schwielenwelsen"
Dietmar Franz "Darmatmung, Laichverhalten und Befruchtung bei Schwielenwelsen"
Dietmar Franz "Darmatmung, Laichverhalten und Befruchtung bei Schwielenwelsen"

Mike Meuschke – „Kleine Welse – Cascudinhos, Otos & Co“

Mike berichtete aus seiner aquaristischen Praxis. Er pflegt und vermehrt kleine Harnischwelse aus den Unterfamilien Hypoptopomatinae und Otothyrinae.

Für diese kleinen Welse stellt er eine eigene Grundfuttermischung zusammen:

  • 30 Teile Dupla Rin S
  • 15 Teile reines Spirulina-Pulver
  • 15 Teile reines Chlorella-Pulver
  • 10 Teile Flockenfutter
  • 20 Teile Futter-Tabletten (Markenfutter)
  • 10 Teile Dupla EEZE (Calanus finmarchicus)

Ergänzend füttert Mike gebusterte Artemia-Nauplien, Teichfutter (Cyclops, Moina, kleine Wasserflöhe), Frostfutter (Rädertierchen, Cyclops, Moina, schwarze Mückenlarven).

Mike informierte über Acestridium discus, Acestridium dichromum und Acestridium martini. Bei vier Aquarianern kam es bisher zu Eiablagen. Leider ist aber kein Fisch geschlüpft.

Weiter ging es um die Vermehrung von Otothyropsis piribebuy, Hypoptopoma sp. „Peru“, Nannoptopoma sp. „Peru“, Parotocinclus eppleyi, >Parotocinclus sp. „Rio Purus 2“, Parotocinclus maculicauda, Otocinclus cocama, Parotocinclus haroldoi, Parotocinclus jumbo und Otocinclus arnoldi. Die drei zuletzt genannten Arten werden in der Aquaristik regelmäßig vermehrt.

Mike Meuschke "Kleine Welse - Cascudinhos, Otos & Co"
Mike Meuschke "Kleine Welse - Cascudinhos, Otos & Co"
Mike Meuschke "Kleine Welse - Cascudinhos, Otos & Co"
Mike Meuschke "Kleine Welse - Cascudinhos, Otos & Co"

Ingo Seidel – „Harnischwelse, die zu verschwinden drohen“

Die Arterhaltung von Harnischwelsen in der Aquaristik ist für Ingo schon viele Jahre ein wichtiges Thema. Inzwischen zeichnet sich ab, dass verschiedene Harnischwelse wohl aus der Aquaristik verschwinden werden, weil sie nicht mehr importiert werden (können) bzw. auch nur private Sammler sie mitgebracht haben und/oder auch nicht vermehrt werden konnten bzw. nur wenige Aquarianer Interesse an den „nicht so schönen“ Arten haben.

Beispiele dafür sind: Delturus sp. „L 238“, Lampiella gibbosa, Aposturisoma myriodon, Hemipsilichthys gobio, Furcodontichthys novaesi, Parotocinclus sp. „Peru“, Parotocinclus sp. „Pernambuco“, Pseudohemiodon thorectes, Pseudohemiodon lamina, Pseudohemiodon platycephalus, Rineloricaria teffeana, Ancistrus sp. „Portel“, Ancistrus sp. „L 327“, Ancistrus sp. „L 267“, Ancistrus sp. „L 352“, Ancistrus leucostictus, Ancistrus sp. „L 159“, Ancistrus sp. „Río Paraguay“, Hypancistrus sp. „L 318“, Hypancistrus sp. „L 428“, Hypancistrus lunaorum (L 339), Hypancistrus sp. „L 411“, Hypancistrus sp. „L 297“, Panaqolus sp. „L 465“, Panaqolus maccus (L 162), Panaqolus sp. „L 374“, Peckoltia sp. „Zwerg“, Peckoltia sp. „L 494“ und Ixinandria steinbachi.

Ingo Seidel "Harnischwelse, die zu verschwinden drohen"
Ingo Seidel "Harnischwelse, die zu verschwinden drohen"
Ingo Seidel "Harnischwelse, die zu verschwinden drohen"
Ingo Seidel "Harnischwelse, die zu verschwinden drohen"

Hans-Georg Evers – „Auf der Suche nach seltenen Aspidoras-Arten“

Am Vorabend hatte Hans uns ja schon über die Salmler berichtet, die er während seiner letzten Brasilienreisen fand. In diesem Vortrag sollte es mehr um Welse, insbesondere Aspidoras von diesen Reisen gehen.

So fing Hans: Corydoras areio, Corydoras sp „Mini-Polystictus“, Corydoras sp. „CW 141“, Aspidoras velites, Cochliodon sp. „Primavera do Leste“ und Aspidoras belenos.

Auf einer weiteren Reise besuchte Hans den brasilianischen Bundesstaat Ceará. Hier berichtet Hans von Wertheimeria maculata. Von der Cachoeira da Pindoba stammt Aspidoras rochai.

Im Bundesstaat Piauí besuchte Hans den rio Jenipapo. Hier konnte Hans Loricariichthys derbyi sowie Parotocinclus haroldoi aufspüren.

Vom Balneario Ibíapina kommt Parotocinclus spilurus

Hans-Georg Evers "Auf der Suche nach seltenen Aspidoras-Arten"
Hans-Georg Evers "Auf der Suche nach seltenen Aspidoras-Arten"
Hans-Georg Evers "Auf der Suche nach seltenen Aspidoras-Arten"
Hans-Georg Evers "Auf der Suche nach seltenen Aspidoras-Arten"
Negast 2019
Negast 2019

Bernd Schmitt „Peru 2018“

Bernd war mit mehreren Aquarianern in Peru nahe Pucallpa unterwegs. Ein Exkursionsziel war die Laguna Yarinacocha, an der man zur Zeit mal wieder einen neuen Binnenhafen baut. Wie der bei der versandenden Mündung der Lagune in den río Ucayali dauerhaft genutzt werden kann, ist noch nicht ersichtlich. Weiter ging es zum río Alejandro, nach Tingo Maria und Putamayo.

Auf der Tour wurden zum Beispiel gefangen: Crossoloricaria rhami, Panaqolus albivermis (L 204), Corydoras panda, Panaqolus cf. albomaculatus „LDA 31“, Phractocephalus hemioliopterus, Platydoras armatulus und Oxydoras niger.

Bernd Schmitt "Peru 2018"
Bernd Schmitt "Peru 2018"
Bernd Schmitt "Peru 2018"
Bernd Schmitt "Peru 2018"

Zum Munter werden am Morgen ein kleiner Spaziergang zum nahe gelegenen Borgwallsee.

Borgwallsee 2019
Borgwallsee 2019

Karsten Schönherr und Daniel Straub – „Stromschnellenwelse vom Guyana-Schild“

Karsten informierte uns über die Stromschnellenwelse, die er während seiner letzten Suriname-Reise nachweisen konnte. Im Mittelpunkt stand dabei natürlich der Tribus Lithoxini mit seinen vier Gattungen

Daniel konzentrierte sich auf die Habitate, die sie besucht hatten: Nickerie, Gran Rio, Tapanahony River und Cajana Creek.

Die beiden und Mitreisende konnten folgende Arten fangen: Paralithoxus surinamensis, Paralithoxus sp. „Tapanahony“, Paralithoxus sp. aff. bovallii, Hypoptopoma guianense, Parotocinclus britskii, Otocinclus mariae, Parotocinclus sp. aff. collinsae, Farlowella reticulata, Corydoras boesemani, Corydoras punctatus, Corydoras nanus, Hoplerythrinus unitaeniatus und Paralithoxus pallidimaculatus.

Bei Paralithoxus pallidimaculatus konnten sie eine sehr krasse Anpassung der Farbe in Abhängigkeit von Bodenfarbe und Lichtverhältnissen feststellen: mal dunkler Körper mit hellen Punkte, ein anderes Mal heller Körper mit dunklen Punkten.

Karsten Schönherr "Stromschnellenwelse vom Guyana-Schild"
Karsten Schönherr "Stromschnellenwelse vom Guyana-Schild"
Karsten Schönherr "Stromschnellenwelse vom Guyana-Schild"
Karsten Schönherr "Stromschnellenwelse vom Guyana-Schild"
Daniel Straub "Cascadinhos aus Suriname"
Daniel Straub "Cascadinhos aus Suriname"
Daniel Straub "Cascadinhos aus Suriname"
Daniel Straub "Cascadinhos aus Suriname"

Elko Kinlechner – „Paraguay – eine Insel mit Land rum rum“

Zum Abschluss des Welstreffens 2019 gab es einen Auszug aus dem Reisebericht unserer Reise durch Paraguay.

Elko Kinlechner "Paraguay - eine Insel mit Land drum rum"
Elko Kinlechner "Paraguay - eine Insel mit Land drum rum"
Elko Kinlechner "Paraguay - eine Insel mit Land drum rum"
Elko Kinlechner "Paraguay - eine Insel mit Land drum rum"

Ende des Welstreffens Negast 2019

Zum Ende gab es noch eine kleine Diskussion um die Zukunft des Treffens, da in Negast das zweite Hotel geschlossen hat und wir so ggf. in Negast künftig zu wenig Übernachtungsplätze haben könnten.

Dr. Peter Debold beendete wie üblich das Treffen.

Dr. Peter Debold
Dr. Peter Debold

Danke

Das Treffen war wie all die Jahre zuvor wieder sehr interessant.

Leider waren einige „alte“ Teilnehmer in diesem Jahr durch andere Aufgaben verhindert. Sie haben aber Ihre Teilnahme für die nächsten Treffen schon wieder angekündigt.

Vielen Dank an Peter für die hervorragende Organisation.
Vielen Dank an alle Referenten für die vielseitigen Vorträge.

Auf Wiedersehen auf dem Welstreffen 2020.

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