Treffen der Welsfreunde – Negast 2015

Eröffnung des Welstreffens in Negast 2015

Seit mehr als 20 Jahren findet in jedem Frühjahr in Negast, nahe Stralsund das Treffen der Welsfreunde statt. Am Wochenende 10.-12. April war es wieder soweit. Bereits am  Freitagabend, nach der Anreise gab es interessante Gesprächsrunden. Vielen wird es wohl nicht leicht gefallen sein, am Samstagmorgen bereits 8:00 Uhr zur offiziellen Eröffnung durch Dr. Peter Debold zu erscheinen.

 

Rainer Hoyer „Borneo – Malaysias wilder Osten“

Im ersten Vortrag des Tages entführte und Dr. Rainer Hoyer in den wilden Osten Malaysias. Seine Reise führte über Serian, Keningau, Kota Kinabatangan und Sandakan. Rainer zeigte uns diverse Bilder von Tieren – insbesondere von Fischen und Pflanzen von seiner Tour durch verschiedene National- und Naturparke Borneos wie dem Bako-Nationalpark. An Fischen konnte  er unter anderem Homalopteroides tweedei, Crossocheilus langei, Glyptothorax major, Rasbora kalochroma und Rasbora einthovenii fangen.

 

Hans-Georg Evers „Warum nicht  mal nach Uruguay?

Hans-Georg Evers führte es Anfang 2014 nach Uruguay. Von drei Stationen im Norden Uruguays während seiner Fischfang-Tour berichtete er uns etwas ausführlicher, so vom Río Quarai und vom Río Tucaarembó. Auf der Tour konnten u.a. Leporinus amae, Characidium rachovii, Iheringichthys labrosus, Loricariichthys anus, Hisonotus charrua, Ancistrus cirrhosus, Otocinclus arnoldi sowie diverse Corydoras gefangen werden.

Hans berichtete auch von der Nachzucht von Otocinclus arnoldi, die in einem Rutsch 500-600 Eier gelegt haben. Der Schlupf erfolgte am 2. Tag. Nach 4 Wochen hatten die Kleinen eine Größe von ca. 20 mm erreicht. Die Aufzucht gelang problemlos mit Rädertierchen.

 

Eirk Schiller „Meine südamerikanische Welssonderlinge“

Erik Schiller wird meist mit Corydoras in Verbindung gebracht. Erik pflegt jedoch auch noch ein paar andere südamerikanische Welse. „Meine südamerikanischen Welssonderlinge“ so der Titel seines Vortrages. Hier ging es um den Schmerlenwelse Ituglanis cf. amazonicus, Ituglanis cf. metae, die Trugdornwelse Trachelyichthys sp. „Jutai“, Tatia dunni, Tatia gyrina, Tatia galaxias, Tatia musaica, Centromochlus perugiae, Centromochlus schultzi, Centromochlus reticulatus, Cetopsis orinoco, Trachelyopterus galeatus, Trachelyopterichthys taeniatus.

 

Wolfgang Schmalz „Eingriffe im Gewässer“

Der Vortrag von Wolfgang Schmalz „Eingriffe im Gewässer“ fiel etwas aus der Reihe. Hier ging es um Untersuchungen, welchen Einfluss Veränderungen in den Gewässern auf die Fische haben, wie Fischtreppen wirken (oder auch nicht). Sehr interessant! Auch hat Wolfgang uns darauf aufmerksam gemacht, dass man durchaus auch in Brasilien von derartigen Erkenntnissen in Deutschland profitieren möchte. (Siehe „Ein Fischpass der Superlative„) Berechtigter Weise stellt er aber auch in Frage, ob man so einfach deutsche Ergebnisse auf brasilianische Verhältnisse adaptieren kann.

Im Zusammenhang mit der Recherche bin ich noch auf eine Leseprobe der Bauhaus-Uni Weimar gestoßen. Wie Wolfgang verraten hat, bearbeitet seine Frau ähnliche Themen wie er. An der Leseprobe hat sie mitgearbeitet: „Durchgängigkeit und Habitatmodellierung von Fließgewässern

 

Erik Schraml „Neuigkeiten zu Synodontis“

Erwin Schraml entführte uns in die Welt der Synodontis, Er berichtete zum Beispiel über Synodontis melanosticus, Synodontis nigromaculatus, Syndontis lucipinnis, Syndontis ilebrevis, Syndontis irsacae, Syndontis sp. aff. irsacae.

 

Thomas Johannes „Neue Kopfsteher im Wedding“

Thomas Johannes berichtete uns über seine Pfleglinge im Laufe der Zeit, Hier ging es dann um Fische aus den Gattungen Anostomus, Hypomasticus, Leporinus, Petulanos, Sartor usw.

 

Ingo Seidel „Faszination Hexenwelse“

Ingo Seidel gab uns in seinem Vortrag einen Überblick über die Unterfamilie Loricariinae. Zunächst informierte er über die aktuelle Einordnung, dabei kam er auch auf die Arbeit von Lujan, N.K., Armbruster, J.W., Lovejoy, N. & López-Fernández, H. (2014): Multilocus molecular phylogeny of the suckermouth armored catfishes (Siluriformes: Loricariidae) with a focus on subfamily Hypostominae. Molecular Phylogenetics and Evolution, September 2014 zu sprechen. Aus der u.a. hervorgeht, dass der Tribus Rhinelepini nun in den Status einer Unterfamilie, Rhinelepinae überführt wurde.

Loricariinae bestehen derzeit aus zwei Tribe, Harttiini und Loricariini. Die Loricariini teilen sich noch in die Subtribe Loricariina und Sturisomina. (Nach Covain et.  al.,2008).

Ingo nannte uns die jeweiligen Merkmale, die jeweilige Vermehrungsstrategie und die jeweils zugehörigen Gattungen. Zu den Gattungen nannte er uns dann die Typusart, die Anzahl der beschriebenen Arten, den Größenbereich der Tiere, die Verteilung und die konkreten Arten, sowie die Geschlechtsunterschiede.

 

Hans Georg Evers „Zur Mutter Gottes – Peru 2014“

Eine weitere Reise führte Hans-Georg Evers 2014 zum Madre des Díos. Hier ging Hans-Georg mit einer Gruppe sehr motivierter Fischtouristen auf Tour. Im Madre de Díos kannten sie u.a. folgende Fische fangen: Lamontichthys filamentosus, Aphanotorulus unicolor, Squaliforma emarginata, Ageneiosus ucayalensis, Sorubim lima, Cetopsis coecutiens, Pseudostegophilus nemurus, Crossoloricaria rhami, Anchoviella carrikeri, Cichlasoma amazonarum, Erythrinus erythrinus, Moenkhausia dichroura, Paragoniatates albumus, Camegiella myersi.

Die zweite Tour führte zum Río Inambari, wo illegale Goldsucher die Gruppe mit der Begründung vertreiben wollte, dass die Fischtouris das Gewässer verunreinigen würden. In einem Zufluss, dem Río Avispa gingen der Gruppe einige Fische ins Netz: Crossoloricaria bahuaja, Bujurquina cordemadi.

Ein weiteres Ziel waren den Sümpfe bei Santa Rita, in denen auch verschiedene Corydoras anzutreffen waren: Corydoras sp. „CW32“, Corydoras sp. „CW40“, Corydoras sp. „CW41“, Corydoras sp. „CW62“, Corydoras sp. „C115“, Corydoras sp. „C116“. Über seine Beobachtung bzgl. des Zusammenleben der verschiedenen Arten hatte Hans schon in seinem Artikel „Panzerwelsschlacht am Käsebach“ in der Amazonas November/Dezember 2014  (s.h. Wels-Presseschau) aufmerksam gemacht. Weiterhin konnten dort nachgewiesen werden: Hyphessobrycon pando, Hyphessobrycon taphorni, Acestrorhynchus falcatus, Potamorhaphis guianensis, Ramphichtys sp., Helogenes marmoratus, Chasmocranus sp., Tridensimilis brevis, Tatia intermedia, Crenicichla semisincta, Satanoperca jurupari, Hemiloricaria wolfei.

 

Kai A. Quante „Haltung und Zucht der Panda-Bergschmerle“

Kai A. Quante hatte sich am Zuchtprojekt der Panda-Bergbachschmerle (Yaoshania pachychilus) beteiligt. Kai berichtete uns in seinem Vortrag über seine Erfahrungen. Wie er nach der Vermehrung feststellte, wurden für das Zuchtprojekt Tiere verteilt, die erst ca. 2 Monate alt waren. Im Alter von ca. 1 Jahr haben sich diese Pandaschmerlen dann vermehrt. Bei den Nachzuchten zeigte sich, dass die Tiere die bekannte schöne Färbung etwa im Alter von 2 Monaten haben und sich dann immer mehr zu „grauen Mäusen“ entwickeln, die für den Handel nicht mehr relevant sind. Auch erklärt dieses, warum der Import dieser Tiere so schwierig und teuer ist. Nachdem sich die Schmerlenfreaks mit diesen Tieren eingedeckt haben, wird sie sicherlich auch aus dem Handel verschwinden.

 

Armin Senger und Eckhard Fischer „Aquarianer-Safari in Trinidad 2014“

Armin Senger und Eckhard Fischer waren auf Fischfang in Trinidad, dem Land der Erstbeschreibung von Corydoras aeneus. An acht verschiedenen Stationen, über die ganze Insel verteilt, machten sie die Gewässer „unsicher“. Unter anderem konnten sie Ctenogobius fasciatus, Jonga serrei, Analepsoides harttii, Ancistrus maracasae, Hypostomus robinii, Astynax bimaculatus, Andinocara pulcher, Crenicichla frenata, Agonostomus monti, Odontostilbe pulchra, Hemigrammus unilineatus, Poecilia reticulata, Hyphessobrycon sp., Triportheus auritus, Corydoras sp.aff. aeneus und Tarpun atlanticus fangen. Der Valencia River war wohl die interessanteste Station.

 

Martin Grimm „Faszination Amphilius“

Martin Grimm war während der letzten Jahre als Arzt ohne Grenzen in Afrika. In seiner dienstfreien Zeit suchte er dort nach Fischen. Die Welse der Gattung Amphilius haben sein besonderes Interesse geweckt, so zum Beispiel Amphilius uranoscopus.

 

Dietmar Franz „Mal wieder was Neues von Schwielenwelsen“

Dietmar Franz informierte uns über „alte Probleme“ und aktuelle Erkenntnisse zu den Schwielenwelsen. Dabei hat Dieter u.a. auf die Arbeit Relações filogenéticas das espécies da família Callichthyidae: (Ostariophysi, Siluriformes) von Vera-Alcaraz verwiesen. Unter anderem ging es auch um Megalechis picta, Callichthys callichthys und Hoplosternum littorale.Dietmar machte auch darauf aufmerksam, dass man die Arten anhand der Knochenplatten am Schwanzansatz unterscheiden kann.

Verabschiedung vom Welstreffen 2015

Es war wieder ein sehr interessantes und schönes Treffen der Welsfreunde in Negast. Vielen Dank an Dr. Peter Debold für die Organisation und allen Referenten für ihre Vorträge. Bis zum nächsten Wels-Highlight – 21. Wels-Fantreffen, Chemnitz, 05.09.2015.

 

Titelbild: Jagdgasthof Negast – der alljährliche Tagungsort

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