Erste Vermehrung von Spectracanthicus murinus

Spectracanthicus murinus wurde 1987 von Nijssen & Isbrücker als Typusart der Gattung Spectracanthicus beschrieben.Spectracanthicus sind in ihrem Habitus nach ähnlich den Leproacanthicus. Auf Grund der langen Zähne im Oberkiefer werden die Welse dieser beiden Gattungen auch als Rüsselzahnwelse bezeichnet. Spectracanthicus bleiben jedoch kleiner als Leproacanthicus und stehen nicht in Verruf, das Aquariumsilikon abzuknabbern.  Spectracanthicus sind daher eine interessante Alternative gegenüber den bekannteren Leproacanthicus.

Spectracanthicus murinus dürfen exportiert werden

Spectracanthicus murinus stammen aus dem Rio Tapajós, nahe San Juan in Brasilien. Der Rio Tapajós ist ein Klarwasserfluss mit relativ niedrigem pH-Wert, um 5,0. Seine Wassertemperatur liegt bei ca. 30°C, die Leitfähigkeit bei ca. 20 µS/cm.Auf der brasilianischen Positivliste von Januar 2012 ist die Art aufgeführt und darf daher legal aus Brasilien exportiert werden.Im Dezember 2010 konnte ich eine kleine Gruppe Spectracanthicus erwerben. Während der Quarantäne starben aus unerklärlichen Gründen zwei Tiere. Schließlich konnte ich 3 Männchen und 2 Weibchen in unsere Aquarien aufnehmen.

Aquarium für Spectracanthicus murinus

Das Becken hat eine Größe von 80 cm x 35 cm x 40 cm (112 L). Als Bodengrund verwendete ich Kies der Körnung 1-3 mm. Gefiltert wird es über einen Eheim aquaball 2212  und einen Sera L150. Zur Erwärmung des Wassers verwende ich 2 Heizstäbe zu je 50 Watt.Zur Einrichtung gehören ca. 10 Welshöhlen und mehrere kleine Wurzeln.Da das Aquarium unbepflanzt ist, kann ich auch auf dessen Beleuchtung verzichten. Der Tag-Nacht-Rhythmus wird durch einfallendes Tageslicht gegeben.
Aquarium für Spectracanthicus murinus

Abbildung 1: Aquarium der Spectracanthicus murinus

Folgende Wasserwerte konnte ich für das Becken ermitteln:

Temperatur  ~  28°C
pH 5,5 – 7,5
GH < 2 – 7 °dH
KH < 1 – 4 °dH
Nitrit < 0,025 mg/l
Nitrat < 10 mg/l
Leitfähigkeit 100 – 300 µS/cm

Tabelle 1: Wasserwerte im Aquarium

Die Schwankungen resultieren aus verschiedenen Quellgebieten unseres Leitungswassers bzw. durch die Verwendung von vollentsalzenem Wasser.

pH  ~ 7,2
GH 6 – 16 °dH
KH 4 – 7 °dH
Nitrit < 0,025 mg/l
Nitrat < 5 mg/l
Leitfähigkeit 200 – 500 µS/cm

Tabelle 2: Schwankungsbreite der Wasserwerte in Weimar

Verhalten von Spectracanthicus murinus

Die Tiere habe ich als sehr friedfertige Harnischwelse kennen gelernt. Ernsthafte Streitereien konnte ich nie beobachten.
Spectracanthicus murinus

Abbildung 2: Männchen von Spectacanthicus murinusFür eine kurze Zeitdauer wollte ich die Spectracanthicus mit semiadulten Ancistomus sp. „L 163“ zusammen in einem Becken unterbringen. Bereits einen Tag später musste ich feststellen, dass die Spectracanthicus massiv unterdrückt worden, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als die Tiere aus dem temporären Gemeinschaftsbecken wieder heraus zu fangen.

Ernährung von Spectracanthicus murinus

pectracanthicus murinus Maul

Abbildung 3: Maul eines Spectracanthicus murinus

Spectracanthicus haben eine stark reduziert Bezahnung, wobei die wenigen langen Zähne im Oberkiefer besonders auffallen. Es wird angenommen, dass sie sich in ihrem Heimathabitat von Molusken ernähren.Gefüttert wurde die Gruppe überwiegend mit DuplaRin G. Gelegentlich erhalten sie auch andere Pleco-Tabs (JBL Plecochips, JBL Tabis, Tetra, …). Ab und zu haben sie auch Frostfutter bekommen. Jedoch zeigten sie diesem deutlich weniger Interesse als den Tabs. Gemüse wurde gar nicht angenommen.

Unterscheidung der Geschlechter bei Spectracanthicus murinus

Weibchen haben gegenüber Männchen eine breitere Taille. Ggf. ist auch eine Unterscheidung anhand der Genitalpapille möglich: die des Männchens erscheint schlanker und spitzer, die des Weibchens breiter und stumpf.Eine Unterscheidung der Geschlechter durch Vergleiche von Kopfform, Odontodenbewuchs, Stärke des ersten Pectoralstahls ist bei unseren Tieren nicht möglich.[one_half]

Spectracanthicus murinus Männchen Körperform
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Spectracanthicus murinus Weibchen Körperform
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Abbildung 4: Das Weibchen (re.) hat eine breitere Taille als das Männchen (li.)[one_half]

Spectracanthicus murinus Männchen Genitalpapille
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Spectracanthicus murinus Männchen Genitalpapille
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Abbildung 5: Die Genitalpapille der Männchens (li.) ist schlanker und spitzer als die des Weibchens (re.)

Vermehrung von Spectracanthicus murinus

Im Mai 2011 kam es zur ersten Vermehrung der Tiere. Ich konnte zunächst 8 kleine Spectracanthicus einfangen und in einen Einhängekasten überführen. In den nächsten Stunden zeigte sich, dass diese Tiere ausgesprochen inaktiv waren. Insbesondere auch direkt vor das Maul platziertes Futter wurde nicht angerührt.Am nächsten Morgen musste ich feststellen, dass 4 Tiere tot waren und den anderen 4 offensichtlich die Flucht aus dem Einhängekasten gelang. Zumindest einen von ihnen konnte ich später wieder entdecken.

Temperatur 28 °C
pH  ~ 7,6
KH <3 °dH
Leitfähigkeit  ~ 300 µS/cm

Tabelle 3: Wasserwerte zum Zeitpunkt der VermehrungSpäter laichten Elterntiere weitere viermal. Bei hohem pH-Wert verpilzten die Eier jedoch sehr schnell. Einen tatsächlichen Auslöser für die Vermehrung war nicht auszumachen.Die Nachzuchten fütterten wir hauptsächlich mit DuplaRin G oder Tetra PlecoMin. An anderes Futter schienen sie gar nicht zu gehen. Aus den Gelegen kamen maximal ein oder zwei Tiere durch.Das richtige Futter für die Kleinen scheint ein Problem zu sein. Das nächste Mal wollen wir es mit Lebendfutter versuchen.
Spectracanthicus murinus Nachwuchs

Abbildung 7: Wenige Tage alter Spectracanthicus murinus
Spectracanthicus murinus 7 Monate alt

Abbildung 8: 7 Monate alter Spectracanthicus murinus

Fazit

Bei Spectracanthicus murinus handelt es sich um eine sehr friedfertige Art, die sich bei sehr guter Wasserqualität auch vermehren läst. Ein  niedriger pH-Wert scheint vorteilhaft. Ein Problem für die Aufzucht stellt noch die Wahl des richtigen Futters dar.
Spectracanthicus murinus 9 Monate alt

Abbildung 9: 9 Monate alter Spectracanthicus murinus

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