Vermehrung II: Aufwuchsphase

Hygiene (im Aufzuchtbecken/Einhängekasten)

Gerade in der Aufwuchsphase ist es wichtig, dass die kleinen Welse eine saubere, möglichst schadstoffarme Umgebung haben. Insbesondere Ammonium/Ammoniak, Nitrit und Nitrat stellen eine zusätzliche Problematik bei der Aufzucht dar. In der Konsequenz darf also nicht zu viel gefüttert werden und Futterreste müssen durch Absaugen oder Auspinseln regelmäßig entfernt werden, um eine sehr gute Wasserqualität zu gewährleisten.

Ein großzügiger Wasseraustausch ist angeraten. Bei einem Einhängekasten im Elternbecken ist das leicht durch Luftheber zu realisieren. Bei einem externen Aufzuchtbecken sind entsprechende Wasserwechsel notwendig. Dafür sollte kein frisches Leitungswasser verwendet werden. Auch die Temperatur sollte möglichst etwas angeglichen werden. Liegen die Wasserwerte zwischen externen Aufzuchtbecken und Wechselwasser weit auseinander, empfiehlt es sich lieber mehrere kleine Wasserwechsel zu machen.

Insbesondere bei sich omnivor und carnivor ernährenden Welsen (zum Beispiel Hypancistrus) hat es sich als Vorteilhaft erwiesen, eine dünne Sandschicht ins Aquarium einzubringen um eine Bakterienbildung am Boden möglichst weit einzuschränken. Bei Aufwuchsfressern (zum Beispiel Ancistrus) kann darauf verzichtet werden, da diese Arten den (Glas-)Boden rechtzeitig abweiden.

Zur Reduzierung von Keimen können Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen oder ähnliches verwendet werden.

Turmdeckelschnecken bewähren sich auch hier als „Putzbrigade“.

Ernährung

Verschiedentlich wird berichtet, dass Züchter bereits in die Bruthöhle eine Nährlösung mittels Einwegspritze bringen. Eine Notwendigkeit dafür habe ich bisher nicht gesehen, zumal im Zweifel die Nahrungsreste nicht gerade die Hygiene in der Höhle positiv beeinflussen.

Ich konnte beobachten, dass Larven schon feines Futter aufnehmen, während sie noch ihren Dottersack haben. Aus diesem Grund gebe ich das erste feine Futter in den Einhängekasten sobald ich die ersten Larven am Höhleneingang gesehen habe.

Zum Füttern verwende ich zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Cyclop Eeze und zerriebene JBL Tabis. Frisch geschlüpfte Artemia sind sicherlich auch eine gute Alternative. Als sehr gutes Futter in den ersten Wochen hat sich JBL Novil fluid erwiesen.

Wie oben erwähnt, sollte möglichst sparsam gefüttert werden. Andererseits sollte den Kleinen rund um die Uhr Futter zur Verfügung stehen. Daher sollten die kleinen möglichst mehrmals täglich kleine Futtermengen erhalten. Soweit möglich füttern wir bis zu 5x täglich.

Nicht vergessen darf man in ein solches Einhängekasten / Aufzuchtbecken auch eine kleine, weiche Wurzel (bevorzugt Moorkien, alternativ Mangrove) zu legen, die die kleinen Welse schon bald abraspeln bzw. von denen sie den Aufwuchs abfressen. Sie stellt auch eine gute Versteckmöglichkeit dar.

Sonstiges

Der Hauptenergieverbrauch von Fischen ist mit der Sauerstoffaufnahme verbunden. Energie, die unsere Nachzuchten nicht dafür benötigen können sie in Wachstum umsetzen. Je besser die Sauerstoffsättigung des Wasser, desto einfacher fällt es den Fischen die Sauerstoff aufzunehmen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert gerade Einhängekästen / Aufzuchtbecken mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen.

Auch für die Suche nach Futter wird nicht wenig Energie aufgebracht. Bei jungen Fischen wurde auch beobachtet, dass diese bei zu aufwendiger Nahrungssuche die Nahrungssaufnahme eingestellt haben und dann quasi verhungert sind. Da es nicht sinnvoll erscheint ein großes Becken mit reichlich Futter einzudecken, bevorzugt man kleine Becken für die Nachzuchten. So wie die Fische wachsen setzt man die Fische dann immer in etwas größere Aquarien. Eine Alternative dazu ist auch, ein größeres Becken entsprechend zu teilen, z. B. mit einer Filtermatte. Diese kann man dann bei Bedarf verschieben, sd. die erforderliche Beckengröße gegeben ist.

Titelbild: Einhängekasten mit Peckoltia compata (L 134)

(17.02.2007)

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