Vermehrung von Ancistomus/Peckoltia cf. sabaji (L 75)

Kurze Einordnung

Viele Jahre war Ancistomus/Peckoltia sabaji, Armbruster, 2003 das Musterbeispiel für Welse aus der Gattung Ancistomus, Isbrücker & Seidel, 2001.

Weil die Gattungsbeschreibung nur im Sonderheft Harnischwelse 2 der DATZ („Diagnose vierzehn neuer Gattungen der Familie Loricariidae Rafinesque, 1815 (Teleostei, Ostariophysi)“ Isaäk J. H. Isbrücker et.al., 2001) war die Gattung Jahre lang nicht ernsthaft anerkannt worden. Erst mit der Arbeit „Molecular phylogeny of the highly diversified catfish subfamily Loricariinae (Siluriformes, Loricariidae) reveals incongruences with morphological classification“ von Raphaël Covain et.al., 2015 wurde die Gattung Ancistomus ernsthaft anerkannt. Allerdings gerade Ancistomus/Peckoltia sabaji soll entsprechend dieser auf Grund genetischer Untersuchungen nicht in diese Gattung gehören.

Ancistomus/Peckoltia sabaji ist offensichtlich weit über das Amazonas- und das río Orinoco-Becken verbreitet.

Nur wenige Ancistomus-Arten konnten bisher nachgezogen werden. Zu diesen gehört Ancistomus/Peckoltia sabaji. Allerdings sind mir nur sehr wenige Fälle bekannt. Chuck aus dem plecoplanet-Forum gelang dieses Mitte 2018 mit Ancistomus/Peckoltia cf. sabaji (L 75). Auf mein Bitten hat er dieses im plecoplanet-Forum dokumentiert und mir erlaubt, seine Informationen und Bilder auch hier zu nutzen.

Vermehrung

Die Vermehrung von Ancistomus Peckoltia cf. sabaji (L 75) erfolgte in einem Aquarium mit ca. 150 Liter. Das Aquarium hat keinen Bodengrund und ist mit Eichenholz und Granithöhlen ausgestaltet. Das Aquarienwasser wurde über zwei Schwammfilter.
Als Futter erhileten die die Elterntiere Welschips, Flockenfutter und roten Mückenlarven. Zur Stimulation wurde die Trocken-/Regenzeit simuliert. Vor der Eiablage erfolgte ein Wasserwechsel zu ca. 30 – 40%.

Das Wassert hatte folgende Wasserwerte:

 

Regenzeit

Trockenzeit

pH

7,2

7,4

GH

6

7

KH

4

5

Leitfähigkeit

125 µS/cm

150 µS/cm

Temperatur

25 °C

27 °C

Der Wechsel der Zeichung

An diesen und weiteren Bildern ist nachzuvollziehen, dass bei Ancistomus/Peckoltia cf. sabaji (L 75) nach ca. 4 Tagen die Pigmentierung beginnt. Diese ist ca. am 9. Tag mit einem braun-metallischen Farbton abgeschlossen. Bis zum 40. Tag färben sich die Tiere noch einmal um, so dass sie danach ihren Eltern farblich ähnlich sehen.

Diese doppelte Veränderung der Zeichnung ist auch von Ancistomus sp. „L 208“ und Ancistomus sp. „L 387“ bekannt.

Fazit

Entsprechend der o.g. Arbeit von Raphaël Covain et.al. soll es sich um einen Peckoltia handeln.
Die Vermehrung ist typische für Fische der Gattung Ancistomus ( und nicht für Peckoltia).

Ich denke es bleibt spannend.

 

Vielen Dank an Chuck

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