Amazonas November/ Dezember 2018 – “Wels-Presseschau”

Hallo liebe Welsfreunde,

in der aktuellen Ausgabe der Amazonas (November / Dezember 2018) finden wir einige welsige Artikel:

Norman Behr und Anja Katzschmann „Hexenwelse aus Peru“

Anja und Norman berichten über die große Artenvielfalt an Hexenwelsen in Peru. Sie gehen näher auf die weit verbreiteten Hexenwelse Hemiloricaria lanceolata, die höchstwahrscheinlich eine Artengruppe darstellen, Hemiodontichthys acipenserinus und Lamontichthys filamentosus ein.

Dem gegenüber stellen sie die sich doch mehr spezialisierten Loricariinae Aposturisoma myriodon, Fonchiiloricaria nanodon, peruanische Rhadinoloricaria (im engeren Sinne) und cisandine Crossoloricaria wie Crossoloricaria bahuaja und Crossoloricaria rhami.

Weiter berichten Anja und Norman von ihren Expeditionen an den río Nanay (gefangen wurden hier u.a.: Corydoras loretoensis, Loricaria simillima, Limatulichthys griseus, Hemiodontichthys acipenserinus) und den río Paranapura (Lamontichthys filamentosus, Rhadinoloricaria macromystax, Aphanotorulus unicolor). 

Darüfer hinaus bemerken sie die Umweltprobleme durch den Fischfang mit Giften, die sorglose Müllentsorgung der Einheimischen und die umweltschädigende Goldgewinnung.

Norman Behr und Anja Katzschmann „Die Farben des Chamäleons“

Hier geht es um eine kleine Gruppe Pseudohemiodon-Arten, die ihre Färbung je nach Stimmung verändern können. Von diesen ist Pseudohemiodon apithanos die bekannteste und attraktivste. Weiterhin gehören dazu Pseudohemiodon sp. aff. apithanos (der früher Jahre lang als Pseudohemiodon apithanos verkauft wurde) und Pseudohemiodon sp. „Marbled“.
Im Handel werden diese drei Arten nicht immer korrekt unterschieden.

Johann Forsthuber „Fonchiiloricaria nanodon!“

Durch Norman Behr wurde Johann auf einen Hexenwels aufmerksam, der angeblich rot leuchten würde: Fonchiiloricaria nanodon.

Johann berichtet von seiner Exkursion im August 2017 nach Peru an den río Huallaga. Nach einigen kleinen Problemen war die Suche schnell erfolgreich. Leider war es ihm wegen Ausfuhrproblemen nicht möglich gleich diese Tiere mitzunehmen. Dank eines Freundes war Johann dann der Import von Fonchiiloricaria nanodon nach Österreich möglich.

Die Sendung soll Tiere in verschiedenen Farben enthalten haben. So wie Johann schreibt, entsprechend seinen Beobachtungen während der Expedition ist es so, dass das das Gestein in dem Gebiet sehr unterschiedlich gefärbt ist und sich diese Tiere ausgezeichnet dem anpassen.

Der Artikel wird durch diverse Erfahrungsberichte von Aquarianern ergänzt, die ihre ersten Erfahrungen mit Fonchiiloricaria nanodon mitteilen.

Ernst-Otto von Drachenfels „Kurz vorgestellt: Guyanancistrus brevispinis“

Im Herbst 2017 sorgten Bilder eines blauen Welses für Aufsehen: Guyanancistrus sp. „Amapa“. Ernst-Otto von Drachenfels brachte einige Tiere mit und berichtet nun von seinen Beobachtungen. Insbesondere stellt er fest, dass nur ganz junge Tiere diese auffällige Blaufärbung besitzen. Bei Halbwüchsigen sind dann nur noch Dorsale und Caudale blau. Adulte Tiere haben den blauen Farbton vollständig verloren. Inzwischen wurde bekannt, dass es sich bei diesen Tieren um eine Lokalform von Guyanancistrus brevispinis [auf Grund des Fundortes wohl orientalis] handelt.
Bei zu niedrigen Temperaturen neigen die Tiere anscheinend zur Weißpünktchenkrankheit.

Ernst-Otto von Drachenfels „Sanfter Tourismus in Südamerika oder: ein kleiner Beitrag zum Naturerhalt“

Ernst-Otto von Drachenfels berichtet von seinen Touren entlang des Oyapock, unter anderem zum Crique Armontabo. Während man auf der französischen Seite des Oyapock problemlos die Fische fangen und mitnehmen kann, muss man auf der brasilianischen mit relativ viel Ärger mit der IBAMA, in Form eines Oberförsters aus Deutschland rechnen. Der Autor berichtet über den Crique Armontabo als wäre es ein großes Aquarium in dem auf ca. 200 Quadratmeter unzählige Arten zusammen leben. Er konnte in dem Bereich unter anderem 12 unterschiedliche Welsarten nachweisen. Entecken konnte er unter anderem Metaloricaria paucidens und einige unbekannte Welse. Ein Hypostomus erinnert auf Grund des auffällig verlängerten ersten Dorsalstrahls stark an Hypostomus nematopterus. Hypostomus nematopterus sollte aber erst deutlich weiter westlich ab Guyana vorkommen.

Grundsätzlich empfiehlt er sich einer (bestimmten) einheimischen Agentur anzuvertrauen, auf die man sich grundsätzlich verlassen kann. Trotz Empfehlung geht er nicht davon aus, dass dort nun der Massentourismus ausbrechen wird, weil eine solche Expedition doch einige Strapazen und Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Andererseits sieht er einen sanften Tourismus in dem Gebiet als Beitrag zum Erhalt der Natur, da so die Einheimischen die Möglichkeit haben, etwas zu ihrem Lebensunterhalt zu verdienen.

Viel Spaß beim Lesen der Amazonas.

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