Coari und Lago Aruã

Stadtrundgang in Coari

Mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern zählt Coari schon zu den etwas größeren Orten am Rio Solimões. Auf dem Wasserweg sind es etwas mehr als 450 km bis Manaus, Luftlinie ca. 360 km. Coari hat insbesondere Bedeutung durch die Rohstoffe Erdöl, Erdgas und Holz. Es ist auch ein Marktplatz für die umliegenden Gemeinden und den Gemeinden von den nahe gelegenen Nebenflüssen des Rio Solimões.

Nach dem morgendlichen La Traviata legten wir fast pünktlich 7:00 in Coari an. Am Ufer standen viele Schiffe. Neben uns am Pier lagen zwei größere Linienschiffe, voll mit Waren aber auch voll mit Leuten und deren Hängematten. Wir machten uns in der großen Gruppe auf zu einer Ortsbesichtigung, bei der der Markt im Mittelpunkt stand. Welch buntes Markttreiben?

Wasserwerte Igarapé am Lago Aruã (braunes Thermometer)
am 25.01.2017 15:05 Uhr
GPS: 4.048802° S; 63.494344° W
pH: 5,76
Leitfähigkeit: 7 µS/cm
Wassertemperatur: 27,4 °C

Wasserwerte Igarapé am Lago Aruã (weinrotes Thermometer)
am 25.01.2017 16:10 Uhr
GPS: 4.037562° S; 63.498868° W
pH: 5,64
Wassertemperatur: 26,1 °C

Von besonderem Interesse waren für uns die diversen Früchte (Paranüsse, verschiedene Sorten von Bananen, Orangen, Maniok, Melonen, Gurken, Papaya, Kürbise, Karotten, Mais, Cupuaçu, Süßkartoffeln Paprika ), Tiere (Hähnchen, Aguti?, Gürteltiere?) und Fische (siehe unten), die verkauft worden. Es war eine unbeschreibliche Vielfalt, die wir sehen konnten. Versteckt in einem Sack“ zweigte man uns eine lebende, geschützte Schildkröte. (Mehr dazu weiter unten.)

Anschließend besuchten wir die Kirche Igreja do Evangelho Quadrangular und eine benachbarte Schule. Dort nutzte man gerade die Ferien für Umbauarbeiten. Ein Blick in die Schulküche war uns zumindest möglich.

[Weiter unten: Auf den Fischmärkten]

Auf den Fischmärkten

Nach dem Besuch des Fischmarktes auf dem großen Markt, gab es auf dem Rückweg noch einen Abstecher auf einen zweiten Fischmarkt.

Nicht zu übersehen waren die Informationsblätter für Schonzeiten und zu Mindestgrößen der Fische, die gefangen werden dürfen. Beim Blick über die Tische bekam man den Eindruck, dass wohl eher großzügig geschätzt als gemessen wurde. 

Auf den Verkaufstischen beider Märkte fanden wir unter anderem folgende Fische: Gabelbart (Osteoglossum bicirrhosum), Schwarzer Pacu / Tambaqui (Colossoma macropomum), Nachtsalmler (Semaprochilodus taeniurus), Barbensalmler (Prochilodus sp.), Schwarzer Dornwels (Oxydoras niger), Pfauenaugen-Buntbarsch (Astronotus sp.), Mühlsteinsalmler (Mylossoma sp.), Augenfleckenkammbarsch (Cichla ocellaris), Tiger-Spatelwels (Pseudoplatystoma tigrinum)Liposarcus pardalis.

[Weiter unten: Am Lago Aruã]

 

Am Lago Aruã

Nach unserer Ortsbesichtigung fuhr unser Schiff über den Lago Coari zum Lago Aruã. Hier besuchten wir zunächst die kleine Gemeinde Santa Ana. Es war unverkennbar, dass Ferien waren: die Schule war geschlossen und die Kinder hatten Zeit. Drei Jungen kamen mit uns mit, um am Nachmittag uns als ortskundige Führer den benachbarten Igarapé zu zeigen.

Am Nachmittag starteten wir mit unserer Exkursion in den Igarapé. Ziel war es, irgendwo an dem Igarapé an Ufer zu gehen und sich dann umzusehen.
Der Igarapé hatte Schwarzwasser. Auf Grund des stockenden Abflusses durch das Hochwasser auf dem Rio Solimões war auch das Wasser des Igarapé über die Ufer getreten und breitete sich weit im Wald aus. Nach einer knappen Stunden, reichlich Flusswindungen auf 4 km Flusslauf gaben wir unser Vorhaben auf, fuhren zurück zu der Stelle, an der eine Gastrasse den Urwald durchschnitt.
Da ich nicht so recht wusste, wonach eigentlich gesucht wurde, blieb ich in der Nähe unserer Beiboote zurück und durchsuchte das Gras nach Insekten. Recht bald war die Gruppe zurück. Kurz nachdem wir die Boote wieder bestiegen hatten, zog ein Gewitter auf. Also ab zum Schiff. [Weiter unten: Mission Schildkröte]

Mission Schildkröte

Wie oben erwähnt, hatten wir auf dem ersten Markt „unter dem Tisch“ in einem Sack eine Waldschildkröte (Chelonoidis denticulata) entdeckt. Entsprechend der IUCN Red List sind dieser der Kategorie VU (Vulnerable) = Gefährdet zugeordnet.

Ihr geschätztes Alter sollte ca. 60 Jahre, ihr zu erwartendes Alter ca. 100 Jahr sein. Das Tier schien schon etwas schmutzig und kraftlos. Für uns war klar, das sie dort kleine langes Leben mehr zu erwarten hat. Wir kauften Sie für 140 Real (ca. 40 EUR). Das Geld dafür legte unsere Reisegruppe zusammen.

Am späten Nachmittag ließen wir die Schildkröte am Lago Aruã an einer Stelle fern von einer Gemeinde an Land bringen. Dort wurde sie noch gebadet und dann in de Freiheit entlassen. Hoffen wir, dass sie die Chance auf ein noch möglichst langes Leben in Freiheit genießen kann. 

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