Manuelles Ausbrüten von Harnischwelseiern

Immer mal wieder kommt es vor, dass einzelne Eier oder auch (fast) vollständige Gelege hypostominaer Harnischwelse vor einer Höhle gefunden werden. Das Gelege dem Männchen wieder unterzujubeln, in dem man es wieder in die Bruthöhle schiebt, glückt wohl nur selten. Die Alternative ist das manuellle Ausbrüten.
Aber auch wenn das Männchen schon vorher sehr oft ein Gelege verkommen lassen hat, kann es sinnvoll sein, die Eier rechtzeitig zu entnehmen.
Normaler Weise pflegt das Gelege aber keiner besser als das Vatertier.

Voraussetzungen

Voraussetzung für die manuelle Aufzucht ist, dass die Eier auch befruchtet worden und noch nicht abgestoben sind. Unbefruchtete bzw. abgestorbene Eier erkennt man daran, dass diese stumpf, milchig aussehen. Aber aufgepasst, manche L-Welse, zum Beispiel Hypancistrus zebra, haben weiße Eier.

Für die Aufzucht der „guten“ Eier verwende ich einen Brutkasten. Solche habe ich von Aquarienbastelei.de erworben.

Brutkasten

Bild 1: Brutkasten

Bild 2: Brutkasten

Die Eier liegen auf Gaze, die den Boden des Brutkasten darstellt. Durch einen Luftheber wird Aquarienwasser von oben dem Brutkasten zugeführt. Dadurch werden die Eier permanent mit sauerstoffreichem Wasser umspült. Damit keine „Schmutz“ aus dem Aquarium zu den Eiern gelangt, ist vor der Ansaugöffnung des Lufthebers ein kleiner Filterschwamm.

Gegen Verpilzen

Um ein Verpilzen der Eier zu verhindern, verwende ich Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter. Diese platziere ich möglichst so, dass sie noch vor dem Filterschwamm festgeklemmt sind. Dadurch werden abfallenden Partikel vom Schwamm aufgefangen und „verschmutzen“ nicht die Eier.
Auch mit Sera ectopur (Verwendung lt. Anleitung) habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter zur Desinfektion

Bild 3: Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter schützen vor Verpilzen. Ausbrüten von Ancistomus sp. „L 208“

Die Putzbrigade

Um die Eier möglichst sauber zu halten, lege ich ein paar Turmdeckelschnecken in den Brutkasten. Diese fressen auch abgestorbene Eier. „Lebende Eier“ werden dabei nicht zerstört.
Falls die Putzbrigade nicht alle abgestorbenen Eier beseitigt, sollte man mit einem Skalpell nachhelfen, da abgestorbene Eier einen Infektionsherd darstellen und die „guten“ Eier gefährden.
Putzbrigade: Turmdeckelschnecken

Bild 4: Turmdeckelschnecken als Putzbrigade. Ausbrüten von Peckoltia lineola (L 202).

Bild 5: Turmdeckelschnecke im Brutkasten mit Ancistomus sp. „L 208“.

Viel Erfolg.

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