Treffen der Welsfreunde – Negast 2009

Seit 19 Jahren treffen sich alljährlich die Welsfreunde vom BSSW in Mecklenburg zum Welstreffen. Es ist das bedeutendste Welstreffen in Deutschland. Auch in diesem Jahr sind reichlich 70 Welsfreunde nach Negast gekommen. Die am weitesten gereisten Gäste kamen aus der Schweiz.

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Wie jedes Jahr fand das Treffen im Jagdhof Negast statt.

Freitag, 24.04.2009

Der Freitagabend sollte noch lang werden, so auch der Titel des ersten Vortrages “Nix für Schlappschwänze” alias “Malili“.

Hans-Georg Evers berichtet über seine Reisen nach Sulawesi. Unter anderem ging er unter anderem auf folgende interessante Fische ein:

  • Glossogobius flavipinnis
  • Mugilogobius rexi
  • Mugilogobius latifrons
  • Mugilogobius adeia
  • und, und, …

Zwei Stunden volles Programm – eben nichts für Schlappschwänze.

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Samstag, 25.04.2009

Als Frühaufsteher hat man auch die Gelegenheit zu einem kleinen Spaziergang in die herrliche Umgebung des Hotels. Bei dem herrlichen Frühlingswetter eine sehr angehme Art sich auf einen langen “Arbeitstag” vorzubereiten.

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Um neun Uhr eröffnete Dr. Peter Debold das Welstreffen.

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Den ersten Vortrag des Tages hielt Armin Senger über “Probleme mit der Nachzucht von L 107“. In der Diskussion stellte sich heraus, dass es sehr wichtig ist für die Vermehrung der Ancistrus sp. “L 107” das Wasser stark anzusäuern. Ein pH-Wert von 5,5 schein noch unzureichend zu sein. Eher ist ein pH-Wert um 4,5 anzustreben. Es wurde auch berichtet, dass die Art schon bei einem pH-Wert von knapp unter 4 gehalten wurde. Der niedrige pH-Wert ist zum Beispiel sehr wichtig, damit die Eier nach Ablage kleben. Eventuell soll sich auch die Erhöhung der Temperatur bis auf 29 °C positiv auswirken. Weiter wurde beobachtet, dass bei den Larven das Dotter aufgebraucht wurde, der Dottersack sich jedoch nicht zurückbildete. Es wird angenommen, dass dieses auf Bakterien zurückzuführen ist. Hier kann ggf. eine UV-Behandlung weiterhelfen.

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Zu allen Vorträgen war Aufmerksamkeit geboten.

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Anschließend berichtete Andreas Tanke über eine von ihm kürzlich nachgezogenene Panaqolus-Art “Nachzucht von Panaqolus sp. L398“. So wie Andreas berichtete, war wohl bei Panaqolus sp. “L 398” wie auch schon bei anderen Panaqolus die Änderung des Leitwertes ein Auslöser für die Vermehrung.

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Daniel Reichenstein hatte im Anschluss das Wort. Im vergangenen Jahr hatte er über seine Hexenwelse berichtet. Damals konnte nicht genau geklärt werden um was für eine Art es sich handelt. Dieses konnte nun Daniel Reichenstein auflösen: Spatuloricaria sp. “Rio Magdalena”.

Mit dem Titel “Auf der Suche nach Futtertieren” stellte Kai A. Quante die Verbindung zwischen Welsen und Wirbellosen her. Er war in Sri Lanka und konnte uns so einige sehr schöne Wirbelose vorstellen.

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Ingo Seidel berichtete uns danach über die aktuellen Welsnews. Ein Schwerpunkt war hier die Beschreibung von Baryancistrus beggini (L 239), deren Gattungszurodnung auch bei Ingo Entsetzen ausgelöst hat.
Der Name “beggini” ist quasi “erkauft” und stammt vom Sponsor der Arbeit.

Weiter erfuhren wir, dass Peckoltia brevis (LDA 78) und Peckoltia sp. “L 205” nicht identisch sind. Peckoltia brevis hat gegenüber Peckoltia sp. “L 205” einen rötlichen Flossensaum. Peckoltia brevis wurde 1935 von La Monte aus Brasilien beschrieben. Peckoltia sp. “L 205” stammt aus Peru.

Bei Peckoltia sp. “L 121” und Peckoltia sp. “L 135” handelt es sich um eine Art.
Peckoltiafurcata gehört in die Gattung Ancistomus.

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Im Anschluss hielt Gerd Eggers einen Vortrag über die Pflanzen- und Tierwelt Madagaskars. Madagaskar wird offensichtlich von ein vielzahl Endemiten bewohnt, also von Pflanzen und Tieren, die es nur dort zu sehen gibt.

Corymania” war der zweite Vortrag von Hans-Georg Evers. Hier ging es um verschiedene Corydoras-Biotope. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen zu Corydoras fowleri, die sich wohl nicht ganz so friedlich wei andere Corydoras verhalten.
Hans-Georg Evers machte als Echo auf die Arbeit der AG L-Welse darauf aufmerksam, dass die Problematik, dass verschiedene Arten aus europäischen Aquarien verschwinden werden nicht nur auf L-Welse beschränkt ist. So besteht auch bei verschiedenen Corydoras Handlungsbedarf.

Der Abend fand einen geselligen Abschluss mit viel Fachsimpelei.

Sonntag, 26.04.2009

Erwin Schraml berichtet über seine Fischfangzüge in Ägypten. Ein besonderer Fang war Pseudocrenilabrus multicolor.

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Über die Zucht von Wasserpflanzen auf Teneriffa ging der Vortrag von Eckhard Fischer.

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Andreas Tanke stellt die Arbeitsgruppe L-Welse vor. Deren Internetpräsenz wenige Tage später Online gehen sollte. Auch machte Andreas auf ein großes Highlight in der Welsszene aufmerksam: die im November stattfindenden L-Wels-Tage.

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Joachim Knaak informtierte die Teilnehmer in seinem Vortrag “Veränderungen biologischer Faktoren durch Klimawandel beim europäischen Flußwels” über seine Untersuchungen an einigen mecklenburgischen Seen. Insbesondere waren seine Ausführungen zur beginnenden Warmzeit sehr interessant. Karpfen (z. B. Silures glanis) und Wels laichen in den untersuchten Gewässern während Wärmeperioden ab. Früher war dieses aller 5 bis 10 Jahre. Seit 3 Jahren laichen die Fische regelmßig. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Population in den Gewässern kann sich ein jeder selber ausmalen. Joachim Knaak berichtete unter anderem davon, dass in Folge der extremen Vermehrung eine Steinbeißer- und eine Kaulbarsch-Population ausgelöscht wurden.

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Zum Abschluß vermittelte uns Ingo Seidel die Neuigkeiten bei der Haltung und Zucht der Schmerlen der Gattung Sewellia. Dabei stellte er uns die aktuellen Arten vor und erklärte uns insbesondere die Unterscheidung der Geschlechter.

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Gegen Mittag war das Welstreffen zu Ende.
Oben sind nur einige wenige Beispiele für die vielen Informationen die wir wieder mitnehmen konnten.

Vielen Dank Dr. Peter Debold für die hervorragende Organisation.
Auf Wiedersehen im nächsten Jahr …

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