Guyanancistrus guahiborum
L 106 und/oder L 122

Bezüglich der Zuordnung von Guyanancistrus guahiborum zu den L-Nummern „L 106“ bzw. „L 122“ gibt es unterschiedliche Meinungen.

Dass es Unterschiede zwischen „L 106“ und „L 122“ gibt, wird in Seidel/Evers „Welsatlas 2“ Sn. 312-315 dargestellt. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal für beide Formen ist, dass „L 106“ hochrückiger erscheint als „L 122“.

Eine Art

Ein Blick in die Erstbeschreibung von David C. Werneke, Jonathan W. Armbruster, Nathan K. Lujan und Donald C. Taphorn aus dem Jahr 2005:

Schaut man auf die Abbildungen und vergleicht Fig. 1 mit der mittleren Abbildung in Fig. 2 kann man sich kaum des Eindruckes erwehren, dass es sich bei Fig. 1 um „L 122“ handeln muss und in Fig.2 um „L 106“

Auch ein Blick auf die Fundortangaben bestätigt dieses:

Fig 1 – "AUM 42941, 2 (1, 69.6 mm SL), río Orinoco at Puerto Venado 4.3 km S of Samariapo 56,4 km SSW of Puerto Ayacucho, 05.21060º, -067.80495º, 26 Feb 2005.&quot. [Erstbeschreibung]

Fig 2 – Holotype " MCNG 51994, 106.9 mm SL, Venezuela, Amazonas, río Ventuari at raudales Tencua 56 km ESE of San Juan de Manapiare, 05.04968º, -065.62722º, 20-21 Apr 2004, D. C. Werneke, N. K. Lujan, O. León, & R. Pajua." [Erstbeschreibung]

"Dieser Harnischwels [L 122] stammt ebenfalls aus dem Oberlauf des Orinoco, allerdings kommt er wesentlich weiter flußabwärts als L 106 vor. … Die Art kommt beispielsweise in den Raudales in der Umgebung von Puerto Ayacucho … vor." [Seidel/Evers Welsatlas 2 – S. 314]

In die Erstbeschreibung sind also ohne Zweifel beide, „L 106“ und „L 122“, eingeflossen.

In Seidel „Back to Nature – Handbuch für L-Welse“ wird zwischen diesen beiden Formen nicht unterschieden.
(Was nicht heißt, dass die Formen identisch sind.)

Auf dieser Basis ist davon auszugehen, dass es sich um zwei (unterscheidbare) Standortvarianten einer Art handelt.

Zwei Arten

Verschiedentlich wird die Meinung vertreten, dass es sich entgegen der Artbeschreibung um zwei unterschiedliche Arten handelt. (Da nicht generell und klar definiert ist, wann es sich um zwei Arten handeln muss, kann man – muss man aber nicht dieser Meinung folgen.)

Da Fig. 2 den Holotype darstellt, wäre – wenn man davon ausgeht zwei Arten zu haben – konsequenter Weise „L 106“ Guyanancistrus guahiborum.
(Der Holotype hat gegenüber einem Paratype die höhere Priorität.)

Vgl. auch PCF:
Guyanancistrus guahiborum
„L 122“

Die bei L-Welse.com widersprechende Aussage, dass „L 122“ Guyanancistrus guahiborum sei, ist nicht nachvollziehbar.

Konsequenzen

Egal, ob zwei Standortvarianten einer Art oder zwei Arten, beide Formen sollten, um unliebsame Kreuzung zu vermeiden, nicht zusammen gehalten werden.
Siehe „Hybriden? – Nein danke.“

05.01.2013

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