Hybriden? – Nein danke

Bei Nachwuchs aus der Paarung von zwei Tieren aus unterschiedlichen Arten sprechen wir von Hybriden.
Die Vermischung von unterschiedlichen Standortvarianten einer Art ist nicht besser.

Allgemein

Im Allgemeinen gehen wir Aquarianer davon aus, dass sich unterschiedliche Arten der gleichen Gattung paaren können. Hierfür sind diverse Hybriden, bei den Harnischwelsen insbesondere aus der Gattung Hypancistrus bekannt.

Hybride aus Hypancistrus sp.Hybride aus Hypancistrus sp. „L 260“ und Hypancistrus zebra (L 46)

Foto: Wolfgang Heinrichs (Danke Wolfgang.)(Auf Bitte von Wolfgang der Hinweis, dass es sich um keine Nachzucht von ihm handelt.)

Aber auch in anderen Harnischwels-Gattungen sind Hybriden entstanden, z. B. in den Gattungen Pseudacanthicus, Leporacanthicus, Panaqolus, Peckoltia und Ancistrus. Bei Tieren aus unterschiedlichen Gattungen ist dieses nicht grundsätzlich auszuschließen, jedoch eine sehr große Ausnahme. Bei Harnischwelsen liegt mir derzeit nur folgende derartige Informationen vor:

  • Sturisomatichthys cf. leightoni x Farlowella sp.
  • Pseudohemiodon thorectes x Crossoloricaria bahuaja

Wie sich herausgestellt hat, sind Harnischwels-Hybriden fertil, können also selber wieder Nachwuchs zeugen und können auch weiter hybridisiert werden.

Das Problem

Durch Hybriden in der Aquaristik entstehen neue „Arten“, die so nicht in der Natur entstanden wären. Die heute gegebene Artenvielfalt macht dieses nicht erforderlich. Vielmehr führt Hybridisierung in der Aquaristik zu erheblichen Problemen in der aquaristischen Artenvielfalt:Teilweise werden die Tiere nicht mit der korrekten Herkunftsinformation weitergegeben, so dass später keiner mehr weiß, um was für „Arten“ es sich tatsächlich handelt.Dazu kommen noch ominöse Geschäftemacher, die Hybriden als Nachzuchten seltener, sehr gefragter Arten teuer verkaufen. (Mir wurden zum Beispiel Hybriden aus Hypancistrus sp. „L 66“ und Hypancistrus zebra (L 46) für viel Geld als Hypancistrus sp. „L 173“ angeboten.)
Es ist meist sehr schwer dieses dann nachzuvollziehen. Manchmal hilft es, einen Blick auf die Elterntiere zu werfen, aber in zweiter, dritter Hybriden-Generation …? Stellen wir uns vor, man kauft zur Arterhaltung teuer irgendwelche seltenen (Zucht-)Tiere und stellt dann nach mühsamer Vermehrung dieser fest, dass da eine andere Art eingekreuzt worden sein muss?!Die Erhaltung natürlicher, regulärer Arten wird deutlich schwieriger, da immer weniger (Zucht-)Tiere dieser Arten zur Verfügung stehen. Es wird immer problematischer wirklich artenreine Tiere zu finden. Reguläre Arten werden in der Aquaristik auf diese Weise immer weiter verdrängt. Das kann nicht im Interesse verantwortungsbewusster Aquarianers sein.

Was tun?

Zur Vermeidung sollte man also grundsätzlich nicht zwei Arten der gleichen Gattung in einem Aquarium halten, wenn die Tiere geschlechtsreif und beide Geschlechter vorhanden sind.Sollten aus welchen Gründen auch immer Hybriden entstanden sein, so sollten diese „Arten“ nicht weiter vermehrt werden. Weiterhin sollten diese Tiere nur mit der korrekten Bezeichnung an vertrauenswürdige, zuverlässige Aquarianer weitergegeben werden.

Bekannte Hybriden

Ancistrus dolichopterus (L 183) x Ancistrus sp. "Gelb-Schwarzauge-Schleier"
Crossoloricaria bahuaja x Pseudohemiodon thorectes
Hypancistrus cf. debilittera "L 340" / "LDA 19" x Hypancistrus sp. "L 411"
Hypancistrus sp. "L 28" x Hypancistrus debilittera (L 129)
Hypancistrus sp. "L 28" x Hypancistrus cf. debilittera "L 340" / "LDA 19"
Hypancistrus sp. "L 66" x Hypancistrus sp. "L 201"
Hypancistrus sp. "L 66" x Hypancistrus sp. "Gurupá"
Hypancistrus sp. "L 66" x Hypancistrus zebra (L 46)
Hypancistrus sp. "L 136" x Hypancistrus sp. "L 411"
Hypancistrus sp. "L 201" x Hypancistrus sp. "L 333"
Hypancistrus sp. "L 260" x Hypancistrus sp. "L 333"
Hypancistrus sp. "L 262" x Hypancistrus sp. "L 270" / "LDA 76"
Hypancistrus sp. "L 333" x Hypancistrus sp. "L 400"
Hypancistrus zebra (L 46) x Hypancistrus sp. "L 66"
Hypancistrus zebra (L 46) x Hypancistrus sp. "L 260"
Leporacanthicus triactis (L 91) x Leporacanthicus sp. "L 314" / "LDA 56"
Panaqolus sp. "L 2" x Panaqolus sp. "L 397"
Peckoltia oligospila (L 6) x Peckoltia sp. "L 377" / "LDA 18"
Pseudacanthicus leopardus x Pseudacanthicus cf. spinosus "L 160"
Pseudacanthicus cf. leopardus "L 114" / "LDA 7" x Pseudacanthicus leopardus
Pseudacanthicus cf. leopardus "L 114" / "LDA 7" x Pseudacanthicus sp. "L 320"
Pseudacanthicus pirarara (L 25) x Pseudacanthicus sp. "L 97"
Pseudacanthicus sp. "L 97" x Pseudacanthicus cf. leopardus "L 427"
Pseudacanthicus sp. "L 97" x Pseudacanthicus cf. spinosus "L 160"
Pseudacanthicus cf. spinosus "L 160" x Pseudacanthicus leopardus
Pseudacanthicus cf. spinosus "L 160" x Pseudacanthicus sp. "L 185"
Rineloricaria sp. "Rot" x Hemiloricaria lanceolata
Sturisoma aureum x Sturisoma festivum
Sturisoma festivum x Sturisoma barbatum
Sturisomatichthys leightoni x Farlowella sp.

 

Hybride aus Peckoltia oligospila (L 6) und Peckoltia sp. L 377/LDA 18
Hybride aus Peckoltia oligospila (L 6) und Peckoltia sp. „L 377/LDA 18“
Foto: Gerhard Kiefner

Hybride aus Hypancistrus sp. L 28 und Hypancistrus sp. L 340
Hybride aus Hypancistrus sp. „L 28“ und Hypancistrus sp. „L 340“

Hybride aus Ancistrus dolichopterus (L 183) und Ancistrus sp. Gelb-Schwarzauge-Schleier
Hybride aus Ancistrus dolichopterus (L 183) und Ancistrus sp. „Gelb-Schwarzauge-Schleier“

Titelbild: Hybride aus Hypancistrus sp. „L 66“ und Hypancistrus sp. „L 201“

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