Schrecken am Rio Ariaú

Letzte Exkursion

Über Nacht waren wir am Rio Ariaú geblieben. An nächsten Morgen folgte dort unsere letzte Exkursion dieser Reise, so wie 6 Jahre davor auch schon.

Schon recht bald ereilte mich ein Schrecken – in dem Naturschutzgebiet eine riesige Ruine. Das Gebäude kannte ich doch schon: die Amazonas Tower Lodge. In den 80er Jahren wurde die gegründet und war über die ganze Zeit ein Musterbeispiel für Öko-Tourismus. Und nun war dieses Gebäude nur noch eine ausgeschlachtete Ruine.

So wie ich gesagt bekam, soll der Gründer und alte Eigentümer inzwischen über 90 Jahre alt sein und seine Kinder die Lodge übernommen haben. Statt sie jedoch fortzuführen, war ihnen das Geld lieber und so haben sie aus dem Gebäude rausgeschleppt, was sich irgendwie verkaufen lassen hat. Übrig geblieben ist all das, was keiner wollte und verschandelt nun den Urwald. 
Man muss es wohl heute als Mahnmal dafür sehen, dass auch der sogenannte Öko-Tourismus erheblich fatale Folgen für den Natur hinterlassen kann.
Die einst dorthin gelockten Totenkopfäffchen warten immer auf Besucher, um den einen oder anderen Leckerbissen zu bekommen.

Zumindest auf der Tour konnten wir noch ein paar Vögel entdecken: Mangrovenreiher (Butorides striata), Cocoi-Reiher (Ardea cocoi), Tigerreiher (Tigrisoma fasciatum), Kappenreiher (Pilherodius pileatus), Rotbrustfischer (Megaceryle torquata), Geradschnabel-Baumsteiger (Xiphorhynchus picus), Fischbussard (Busarellus nigricollis), Mantelkardinal (Paroaria capitata), Rotstirn-Blatthühnchen (Jacana jacana) …

Zurück nach Manaus

Nach der Exkursion ging es zurück nach Manaus. Offensichtlich hatte unser Schiff reichlich Zeit.

Für unsere Reisegruppe ging es noch weiter nach Salvador da Bahia. Vor der Reise dachten wir zunächst, dass es zumindest ein sehr imposanter Flug entlang des Amazonas wird. Zufällig hatte ich noch vor der Reise erfahren, das der Flug über Sao Paulo nach Salvador gehen sollte – mit Zwischenlandung in Sao Paulo und Umsteigen ca. die dreifache Flugzeit. Wir hatten die Reise dann so umgebucht, dass wir statt dessen einen Tag länger in Manaus bleiben wollten, zumal der Besuch des Botanischen Gartens von Manaus schon lange auf dem Plan stand.

Durch den Unfall zwei Tage vorher war es zwar Glück im Unglück, dass wir ein Hotel in Manaus gebucht hatten. Das Freizeitprogramm musste aber dem Besuch im Krankenhaus weichen: wir wollten für die Rückreise eine Kunststoffschiene und eine Krücke. Nach zwei Stunden Wartezeit waren wir an der Reihe. Der Arzt wollte das Bein röntgen. Aber das wollten wir nicht, weil es in Deutschland dann ja noch einmal hätte geröntgt werden müssen. Die gewünschten Krücken und Schiene konnte der Arzt uns nicht geben, dazu hätten wir zu einem Orthopäden gemusst, den dieses Krankenhaus nicht hat. Zumindest hatten wir von ihm die Bestätigung, dass dem Rückflug am nächsten Tag nichts im Weg steht. Die Behandlung war kostenlos.

Über die TAM, die brasilianische Airline war es uns möglich einen Begleitservice zu organisieren. In Manaus hatte wir dann vom Taxi zum Flugzeug, in Sao Paulo von Flugzeug zu Flugzeug und in Frankfurt von Flugzeug zu Auto einen Rollstuhl mit Begleitperson. Aber auch darüber hinaus, waren die Mitarbeiter der Airline sehr hilfsbereit. Für den Flug von Manaus nach Sao Paulo hat man für uns die Plätze so getauscht, dass in einer Sitzreihe ausreichend Platz für das verletzte Bein war und für den Flug von Sao Paulo nach Frankfurt hat man uns Plätze mit entsprechender Beinfreiheit gegeben. All dieses ohne Aufpreis.

In diesem Zusammenhang:
Vielen Dank an unseren Guide Hermann Kupfer, dass er uns in seiner Freizeit zum Krankenhaus begleitet hat.
Vielen Dank an die Köchin auf der Amazon Clipper für die sehr gute Pflege mit Eisbeuteln, Salbe und …
Vielen Dank an den Arzt im Krankenhaus in Manaus. Der sich trotz der Sprachbarriere sehr um uns bemüht hat.
Vielen Dank an TAM für den tollen Service.

 

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