Salto Grande und Colonia Alemana

Salto Grande

Das Ausflugsziel für den nächsten Tag war das Wasserkraftwerk Salto Grande (blaues Gebäude). Es liegt ca. 150 Kilometer nördlich von Colón. Das hieß, wieder früh aufstehen.

Das Wasserkraftwerk Salto Grande staut den Río Uruguay bei Salto (Uruguay) und Concordia (Argentinien). Das Wasserkraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt beider Staaten. Die Staumauer ist ca. 3 Kilometer lang und bis 65 Meter hoch. Eine Straße und eine Bahnlinie verbinden hier die beiden Länder.

Aufgestaut wird das Wasser in der Embalse Salto Grande, welche eine Fläche von etwa 780 km² bedeckt.

Wenn man das Kraftwerk besuchen möchte und von der argentinischen Seite kommt, fährt man zum Museum für das Kraftwerk. In dem Museum erfährt man einiges über den Bau des Kraftwerkes. 

Um zum Kraftwerk / zur Staumauer zu kommen, nimmt man an einer Führung teil. Diese beginnt in dem Museum mit einem ca. 15-minütigen Film. Anschließend fährt ein Bus des Museums die Führungsteilnehmer einmal über die Staumauer und zurück. Da der Bus noch vor der Grenzübergangsstelle in Uruguay wendet ohne zwischendurch aussteigen zu können, findet keine Kontrolle statt. Auf dem Rückweg hält der Bus an einem Aussichtspunkt, von dem man auf die Staumauer sehen kann und dann direkt vor der Turbinenhalle. Man kann von oben auf die Turbinen auf beiden Seiten der Grenze sehen.

Nach dem Besuch des Staudammes fuhr ich noch mit den PKW auf die Seite des Stausees hier waren mehrere Hotels und Bäder. Direkt im Río Uruguay wurde dort nicht gebadet. Auch Angler waren entlang des Ufers nicht zu entdecken.

Colonia Alemana

Am frühen Nachmittag entschloss ich mich noch ca. 70 Kilometer weiter nach Norden zu fahren, nach Colonia Alemana (ockerfarbenes Gebäude) – eine deutsche Kolonie. Ich wollte mal sehen, wie man heute dort lebt.

Die Kolonie selber war an einem Polizeiposten vorbei zu erreichen. Um die Gebäude war im Allgemeinen viel Land. Es gab ein kleines Ortszentrum mit Schule. Das ganz sah ordentlich, aber auch sehr einsam aus. Im Bereich der Kolonie habe ich nur einen einzigen Mann gesehen.

Wesentlich auffälliger war ein Gebäudekomplex an der Autobahn, genannt La Alemana. Es war übertrieben bayrisch gestaltet. Anscheinend hat man dort alles mögliche einigermaßen deutsch aussehendes zusammengetragen. Vieles sah nach üblen Kitsch aus. Die Spitze waren dann zwei Gaststätten. An einer prangte ein Schild mit zig verschiedenen Bürgern, alle nach irgendeiner deutschen Stadt benannt. Nach ca. 10 Minuten dachte ich, ich mach mal lieber den Abflug bevor jemand noch mitbekommt, dass ich Deutscher bin. Irgendwie empfand ich das dort einfach nur peinlich.

Nach Rückkehr traf ich den Eigentümer meines Quartiers. Ich erzählte ihm, was ich an dem Tag gemacht hatte. Nach der Geschichte mit La Alemana bot er mir an, mit mir am nächsten Nachmittag zu einer realistischen(?) deutschen Kolonie zu fahren.

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