Caturiá und Lago Camatiã

Caturiá

Am Morgen näherten wir uns dem kleinen Ort Caturiá. Ein Einheimischer sollte uns eine landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Terra preta (Schwarze Erde) zeigen. Diese Kulturprodukt der Indios kannten wir schon vom Rio Negro, an dem das Indianerdorf Terra Preta liegt.

Zunächst mussten wir noch ein Stück mit dem Boot fahren, bevor ein steiler, rutschiger Pfad zu Fuß zu passieren war. Auf dem Hügel angekommen, zeigte uns der Einheimische das Stück Land, das man auch als Camisa Preta (schwarzes Hemd) bezeichnet. Der Joke mit Camisinha Preta verbreitete zumindest unter den etwas mehr Portugiesisch verstehenden ein Lächeln.

Wie uns der Einheimische erzählte, ist die scharze Erde dort ca. 0,5 Meter hoch. Im Vergleich zu dem doch sehr flachen Nährbodens des Urwaldes versprach diese Terra Preta doch viele Nährstoffe für die Kulturpflanzen, wie Maniok, Kakao, Bananen und Mais.

Auf dem Rückweg entdeckten wir noch einen sehr schönen Cuviertukan (Ramphastos cuvieri).

Den Besuch bei den Einheimischen nutzte der Schiffseigner auch gleich die Fischvorräte aufzustocken, mit einem Tigerspatelwels (Pseudoplatystoma tigrinum).

Wasserwerte Igarapé bei Caturiá (türkises Thermometer)
am 02.02.2017 07:20 Uhr
GPS: 3.407983° S; 68.599656° W
Leitfähigkeit: 81 µS/cm
Wassertemperatur: 25,2 °C

Wasserwerte Igarapé bei Caturiá (blaues Thermometer)
am 02.02.2017 07:40 Uhr
GPS: 3.408483° S; 68.616047° W
pH: 6,43
Leitfähigkeit: 74 µS/cm
Wassertemperatur: 26,2 °C

Wasserwerte Lago Camatiã (oranges Thermometer)
am 02.02.2017 15:25 Uhr
GPS: 3.4712° S; 69.024371° W
pH: 6,53
Leitfähigkeit: 88 µS/cm
Wassertemperatur: 28,1 °C

Wasserwerte Lago Camatiã (braunes Thermometer)
am 02.02.2017 15:30 Uhr
GPS: 3.4712° S; 69.024371° W
pH: 6,54
Leitfähigkeit: 85 µS/cm
Wassertemperatur: 28,2 °C

Wasserwerte Lago Camatiã (weinrotes Thermometer)
am 02.02.2017 16:30 Uhr
GPS: 3.479825° S; 69.025350° W
pH: 5,12
Leitfähigkeit: 5 µS/cm
Wassertemperatur: 27,0 °C

Wasserwerte Lago Camatiã (gelbes Thermometer)
am 02.02.2017 17:00 Uhr
GPS: 3.48606° S; 69.02184° W
pH: 5,59
Leitfähigkeit: 5 µS/cm
Wassertemperatur: 26,5 °C

Via São Paulo de Olivença zum Lago Camatiã

Es folgte wieder eine etwas längere Fahrstrecke, vorbei an São Paulo de Olivença. Wie man uns erzählte ist es erst wenige Jahre her, dass hier der Rio Solimões fast Nacht sein Flussbett änderte. Dadurch wurden viele Gebäude der Stadt zerstört. Einige Überreste sieht man heute noch. Auch für viele Schiffer und Lotsen soll das ein arges Problem gewesen sein, da die Karten nicht mehr gestimmt haben, von Kenntnissen des Flusses in dem Abschnitt ganz zu schweigen.
So wie es auf der Karte aussieht wurde damals eine Flusschleife abgetrennt.

[Weiter unten: Nachtexkursion auf dem Lago Camatiã]

Exkursion auf dem Lago Camatiã

Am Nachmittag erreichten wir den Lago Camatiã, einen sehr schönen Schwarzwassersee. Mit den Beibooten ging es wieder auf Erkundungstour. An Vögeln konnten wir zum Beispiel einen Grünmanteltrogon (Trugon viridis) und ein Pärchen wunderschön rot/schwarz gefärbte Maskentangar (Ramphocelus nigrogularis) entdecken.

[Weiter unten: Nachtexkursion auf dem Lago Camatiã]

Nachtexkursion auf dem Lago Camatiã

Nach dem Abendessen ging es zur Nachtexkursion auf dem Lago Camatiã. Das meiste Aufsehen erregte eine Katze, die wir auf einer wenig über dem angestiegenen Wasser Baumkrone fanden. Eingeschlossen von Wasser – keine Landweg in Sicht – die nächsten Monate würde das Wasser steigen. Die Katze wollte aber absolut nicht mit uns mitkommen. Sie wird es dann wohl irgendwann mit Schwimmen versucht haben müssen.

Eine Schlange, ein Tagschläfer, eine Echse … waren im Scheinwerferlicht zu finden. In der Nähe von Bäumen hielten sich diverse kleine Fische verschiedener Arten auf. Leider waren wir mit dem Boot oft so schnell, dass es unmöglich war dort einen Fisch zu keschern. Nur einmal hatten wir erfolg. Das Finden von „Großwild“ war wohl wichtiger. Schade.

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