Einrichtung eines Welsaquariums I: AQ, Boden, Heizung, Sauerstoffzufuhr, Filter

Aquariumauswahl

In den ersten zwei Teilen haben wir schon mal geklärt was L-Welse sind. Sie haben aber auch noch einen weiteren „Spitznamen“ Saugwelse.
Wer schon mal länger einen Wels beobachtet hat, weiß auch warum. Sie saugen sich an einem festen Untergrund, z. B. einer Aquarienscheibe fest und viele von ihnen raspeln bei der Gelegenheit den Aufwuchs ab. Damit wird schnell klar, dass man sich möglichst für ein Aquarium aus Glas entscheiden sollte. Plexiglas würde zu schnell unansehnlich zerkratzt sein.

Hinsichltich der Beckengröße ist es notwendig auf die zu erwartende Endgröße der gewünschten Tiere zu achten. Nicht selten werden im Handel sehr groß werdende Arten angeboten. So sieht ein Acanthicus adonis (Elfenwels) mit 6-10 cm doch sehr schön aus. Leider ist nicht jedem bewußt, dass diese Tiere eine Größe von mehr als 1 Meter erreichen können. I. A. gehe ich davon aus, dass man für viele L-Welse eine AQ-Größe etwa dem 5-6 fachen der zu erwartenden Endgröße verwenden sollte. Jungtiere können natürlich vorübergehend in kleineren Becken gehalten werden. Man darf dann aber nicht den „Absprung“ verpassen, da die Tiere bald auch unter Kümmerwuchs leiden.

Bodengrund

Da L-Welse Bodenbewohner sind, darf der Bodengrund nicht so scharfkantig sein, dass sich die Tiere verletzen können. Als Bodengrund gibt es m. E. 3 Alternativen:

  • keiner – also einfach die Boden-Glasscheibe: leicht zu reinigen. Gelegentlich wird hier aber auch von Problemen mit Bakterien berichtet. M. E. stellt dieses auch eine unnatürliche Umgebung dar, sd. ich darauf nur in Aufzuchtbecken für die Kleinsten zurückkomme, wo Sauberkeit höchstes Gebot ist.
  • Sand
  • feiner Kies.

Hinsichtlich Sand und feinem Kies bestehen die grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten, die aus den verschiedenen Quellen (Bücher, Foren, …) bekannt sind.
Viele L-Welse wedeln mit ihrem Schwanz Sand und Kies durchs Aquarium. Einerseits dient das dazu, sich Senken zu schaffen oder gar Höhlen zu bauen. Ich nehme aber auch an, dass die Tiere innerhalb der Gruppe diese Verhaltensweise zeigen, um sich untereinander zu verständigen, z.B. im Sinne von: das ist mein Revier.
Auf Grund dieses Verhaltens würde ich also auch von groben Kies abraten und es versteht sich auch, dass Aufbauten, die wir im L-Wels-AQ errichten, unbedingt standfest sein müssen.

Heizung

Naheliegend ist nun auch, dass Bodenheizungen für viele L-Welsarten nicht unbedingt zu empfehlen sind. Insofern sind also Stabheizer angebracht. Tiere größerer L-Wels-Arten nehmen aber selbst auf diese wenig Rücksicht, sd. dann hier durchaus über eine Außenheizung nachgedacht werden sollte.
Viele im Handel erhältliche L-Welse stammen aus wärmeren Gewässern Südamerikas und benötigen für eine artgerechte Haltung Temperaturen zwischen 25°C und 30°C. Dabei sollte man aber eher den oberen Temperaturbereich anvisieren. Da dieses mit höheren Stromkosten verbunden ist, macht es durchaus Sinn sich um Energiesparmaßnahmen am AQ Gedanken zu machen: z.B. Verkleidung der „Nicht-Sichtseiten“ mit Styropor, Isolierung der Schläuche bei Außenfiltern, …
(Wer etwas länger sich mit Aquaristik beschäftigt hat, kennt das Problem, dass AQ-Heizer leider nicht einfach ausfallen, sondern dummer Weise bei einem Defekt ununterbrochen heizen und so Kochfisch verursachen. In unseren AQs verwenden wir daher grundsätzlich 2 Heizer halber Kapazität: also z. B. einer mit 300W notwendig – wir nehmen 2x150W.)

Sauerstoffzufuhr

Auf Grund der höheren Temperaturen ist die Sauerstoffkonzentration im Wasser herabgesetzt. Zudem stammen die Tiere aus Flüssen mit stärkerer Strömung, in denen ständige Sauerstoffzufuhr sichergestellt ist. Eher ersticken Welse als dass sie hohe Temperaturen (über 30°C) nicht verkraften. Offensichtlich fühlen sich die Tiere auch bei höherer Sauerstoffkonzentration wohler. I.d.S. lieber einen Sprudelstein mehr ins Becken.

Filterung

Ah ja, Filter. Ein L-Welsbecken braucht natürlich auch einen entsprechenden Filter. Man sollte berücksichtigen, dass durch das Buddeln mehr Schwebeteilchen ins Wasser kommen, die dann wieder herausgefiltert werden müssen. Wollen wir Arten der Gattungen Panaque oder Panaqolus pflegen, stellen diese an den Filter zusätzliche Ansprüche. Bei beiden Gattungen handelt es sich um Holzfresser. Tag ein Tag aus raspeln die Tieren Holz zur ihrer Ernährung ab. Die Holzüberreste sind hier natürlich zusätzlich aus dem Wasser zu filtern.

PS: Abschließend sei bemerkt, dass sich oben gemachte Aussagen auf viele L-Welse beziehen, aber keinesfalls auf alle. D.h. bevor man sich zur Haltung von L-Welsen entschließt, mache man sich etwas mit den Bedürfnissen der gewünschten Art oder zumindest deren Gattung vertraut.
Informationen zu den einzelnen Arten findet ihr in der Datenbank für Harnischwelse.

(08.11.2006)

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