Rund um Manaus

Manaus vom Ufer

Nach dem Bezug der Kabinen und einer kurzen Einweisung an Bord ging es auch schon auf Tour, vom Ufer beim Hotel Tropical den Rio Negro hinab zum Amazonas, zum Encontro das Aguas (Meeting of Waters) (dicke blaue Linie), dem kilometerlangen Zusammenfluss des schwarzen Rio Negro-Wassers mit dem lehmfarbenen des Rio Solimões. (Siehe auch Brasilien 2011: Flug nach Brasilia)
Dieses lies auch einige vergleichende Blicke auf Manaus (Brasilien 2011: Encontro das Aguas und Manaus vom Ufer). Die Millionenstadt Manaus hat sich weiter entwickelt:

 

Als Freihandelszone ist es einer der bedeutendsten Industriestandorte Brasiliens und hat mehr als 2 Millionen Einwohner.

In Manaus befindet sich zum Beispiel das größte Motorradwerk von Honda (Siehe Motorrad online: „Report: Das Honda-Werk in Manaus/Brasilien“). Etwa aller 8 Sekunden wird ein Motorrad fertiggestellt. Aber auch andere internationale Firmen wie Yamaha, Fujitsu, LG, Panasonic, Samsung, Sony Music, … sind in Manaus vertreten. Die Entdeckung und Förderung von Erdgas hat zu einen neuen Boom geführt. So sind Werften für Tankschiffe in Manaus entstanden. 

Dieser Boom hat auch seinen Preis, nicht nur in Manaus. Viele Orte (Flussdörfer) nördlich von Manaus sollen diverse Einwohner verloren haben, einige gar ganz verlassen sein.

Die Brücke über den Rio Negro (Ponte Rio Negro) ist fertig (sicherlich schon seit kurz nach unserem letzten Besuch 2011). Ob dieses Millionen-Bauwerk (umgerechnet ca. 470 Mio. EUR) der Investition gerecht wird, darf man bezweifeln, geht die darüber führende Straße nur bis Novo Airão ohne Perspektive in naher Zeit fortgesetzt zu werden (glücklicher Weise: sonst würde noch mehr Regenwald dadurch in der Region zerstört werden. [Weiter unten: Victoria amazonica]

Victoria amazonica

Eine Kehre am Encontro das Aguas und wir waren auf unserer eigentlichen Route, entlang des Rio Solimões. Die nächste Station war der Lago do Catalao (grüner Marker). Hier sollte der erste Ausflug auf Suche nach den Riesen-Seerosen Victoria amazonia stattfinden. Diese Wasserpflanze bevorzugt alte stehende Gewässer. Ihre ausgewachsenen Blätter sind ein Meisterwerk der Natur. Sie können einen Durchmesser bis zu ca.  3 Metern erreichen und können dann auf Wasser Gewichte bis 50 kg tragen können. Es lohnt sich so ein Blatt genauer anzusehen:

  • auf der Unterseite fällte die Blattkonstruktion mit ihren schmalen, starken Adern auf. Sie bildete zum Beispiel das Vorbild für den Bau des gewaltigen Gewächshauses Cristal Palace 1851 in London. Dieses sollte auch ein erstes, wesentliches Beispiel für Bionik werden.
  • auf der Unterseite sind diverse große Stacheln zu sehen, die Fressfeinde abhalten
  • der Rand des Blattes ist fast rechtwinklig nach ober gebogen, damit wird verhindert, dass andere Wasserpflanzen auf das Blatt wachsen können
  • kleine Einbuchtungen erlauben, dass Regenwasser zügig von den Blättern fließen kann

Die Blüten können fast so groß werden wie der Kopf ein Kleinkindes. Am ersten Abend blühen sie weiß und ziehen mit einem unwiderstehlichen Duft Käfer an. Während des Besuchs der Käfer schließt sich die Blüte wieder. An nächsten Morgen ist sie befruchtet, sie sehen nun violett aus. Die Blütenblätter öffnen sich nun wieder, um die Käfer zu entlassen. Diese fliegen zur nächsten Pflanze weiter, nun diese zu befruchten. Die befruchtete Blüte sinkt unter die Wasseroberfläche, entwickelt die Samen oder verfault.

 

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