Im Gran Chaco

Nach Campo Maria

Reserva Natural – Campo Maria ist ein ca. 4.500 ha großes privates Naturschutzgebiet ca. 100 km östlich von Filadelfia. Es umfasst mehrere Salzwasser-Lagunen. Die Leitfähigkeit konnte ich nicht ermitteln: auf Grund der Höhe war sie für mein Meßstab nicht bestimmbar, müsste also oberhalb von 9999 µS/cm liegen.

In den Lagunen stehen viele abgestorbene Baumstümpfe. Das Wasser ist sehr schön grün bis blau gefärbt. Die Ufer sind meist Salzen dekoriert, die an manchen Stellen auch sehr kräftig gefärbt sind. Der Anblick erscheint etwas mystisch.

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Zu Lagunen kommen verschiedene Vögel Zum Beispiel Halsband-Wehrvogel (Chauna torquata), Witwenpfeifgans (Dendrocygna viduata) und Mönchsittiche (Myiopsitta monachus). Offensichtlich haben sie mit dem Salzwasser kein Problem.

Fische konnten wir im Wasser leider keine entdecken. Am Ufer der Laguna Campo Maria fanden wir die Überreste eines Liposarcus anisitsi. Zumindest auf Grund unseres Fundes können wir annehmen, dass diese Liposarcus auch dieses salzige Wasser bewohnen.

Gegen Mittag machten wir wieder halt am Cruce de Pioneros und lernten dort das Haustier eines Restaurantbesitzers kennen: einen Tapir. Offensichtlich war er etwas dickköpfig und ist gelegentlich Gästen gefolgt, um noch einen Leckerbissen ab zu bekommen.

Fortin Boquerón

Das nächste Ziel war das Fortin Boquerón, wohl einer der wichtigsten Kriegsschauplätze im Chaco-Krieg.

Heute sind dort in einem Museum diverse Waffen aus dem Chaco-Krieg zu sehen.

Zu den Exponaten gehört auch der Überrest eines bolivianischen Flugzeuges. So wie man uns berichtete hatte Bolivien im Chaco-Krieg drei Flugzeuge. Es sollen die ersten in Südamerika sein. Diese Flugzeuge selber hatten wohl kaum Kampfkraft sorgten aber bei den paraguayischen Soldaten für Verwirrung, da sie noch nie vorher ein Flugzeug gesehen hat. In Folge dessen kamen sie, nach dem die Flugzeuge ihre Schützengräben überflogen hatten, aus den Schützengräben um den Flugzeugen hinterher zu sehen. Damit waren sie dann für die bolivianischen Soldaten die perfekten Schießscheiben.

Neuland

Auf dem Weg durch den Gran Chaco durchfuhren wir viele Siedlungen der Mennoniten. In diesen Siedlungen trafen wir auch immer wieder auf deutsche Orts- und Straßenschilder. Oftmals hörten wir die Leute auch deutsch reden. Das hört sich zwar nicht so an wie bei uns. Wir haben sie aber gut verstanden.

In Neuland besuchten wir einen kleinen Geschichtspark, der der Geschichte der Kolonie gewidmet war.

Fortin Toledo

Die letzte Station des Tages war das Fortin Toledo. Gebaut wurde es sicherlich vor ca. 100 Jahren zum Schutz der Paraguayer und Mennoniten gegen die Bolivianer. Daran erinnern im wesentlichen drei Denkmäler mit Büsten von Offizieren.

Heute ist in/an dem Fort ein Arterhaltungsprojekt für Wildschweine: Proyecto Taguá. Insbesondere werden hier Wildschweine der Art Catagonus wagneri, auch Pecarí del Chaco nachgezogen. Diese Art galt schon als ausgestorben, bis man einige Tiere wieder entdeckte. Die Zucht und Auswilderung soll sehr erfolgreich sein.