Brasilien 2015

Nach São Luís

Eigentlich sollte unsere Reise in diesem Jahr (als Fortsetzung von 2011) wieder an den Rio Negro gehen. Wenige Wochen vor Abflug wurde die Reise leider abgesagt. In der Kürze der Zeit entschieden wir uns für einen S(tr)and-Urlaub in Brasilien - von São Luís die Küste entlang nach Salvador da Bahia. Der Hinflug war etwas umständlich - zunächst von Frankfurt am Main nach São Paulo und von dort dann weiter nach São Luís. Zumindest auf der letzten Teilstrecke konnten wir auch die brasilianische Landschaft aus der Luft sehen. Insbesondere den Rio Grande und den Três-Marias-Stausee, einer der größten Stauseen der Erde. Sehr auffällig erschienen die kreisrunden Felder. Ich kann mir nur vorstellen, dass das mit der Bewässerung zusammenhängt. [Zeige eine Slideshow]

São Luís

Unser erstes Ziel war São Luís. Dieses ist die einzige brasilianische Stadt, die von den Franzosen gegründet worden ist (1612). Bekannt ist die Stadt insbesondere dadurch, dass die Außenwände vieler Häuser gefliest sind. Gleichzeitig bekamen wir einen ersten Eindruck von der Atlantikküste. Durch den Tidenhub von 7 bis 8 Meter werden bis weit in die Bucht hinein Flächen freigelegt. Direkt an der Atlantiküste ist ein langer Sandstrand. Wir waren dienstags morgens dort. Zu diesem Zeitpunkt war der Strand noch fast leer trotz einer Temperatur von knapp 30 °C. Ein kleines Problem ereilte uns, als keine von 6 besuchten Banken trotz Visasymbol unsere Visakarten zur Auszahlung akzeptierte. Erst bei der Bank do Brasil konnten wir Geld mit einer Eurocard abheben und dann nur 500R$ ~ 115€ (pro Tag). Man decke sich also rechtzeitig mit brasilianischem Geld ein. Glücklicher Weise wurde die Visacard zumindest in Gaststätten akzeptiert. [Zeige eine Slideshow]

Nach Barreirinhas

Von Sao Luis ging es mit einem kleinen Bus weiter nach Barreirinhas. Dieses war eine Wegstrecke von ca. 260 km. Für Brasilien waren die Straßen ausgesprochen gut. Wie wir erfuhren sollen die Straßen erst wenige Jahre vorher für den Tourismus in der Region ausgebaut worden sein. Trotzdem mussten wir nach einem Reifenplatzer etwa eine halbe Stunde Zwangspause machen. [Zeige eine Slideshow]

Lençóis Maranhenses

Barreirinhas ist eigentlich keine besonders auffällige Stadt. Dennoch ist sie für den Tourismus in dieser Region ein Dreh- und Angelpunkt. So werden von hier Ausflüge in die Lençóis Maranhenses unternommen oder Bootsexkursionen entlang des Rio Preguiça unternommen. Lençóis Maranhenses (Bettlaken von Maranhão) ist die einzige Wüste in Brasilien. Gleichzeitig ist sie auf Grund der starken Regenfälle während der Regenzeit die feuchteste Wüste der Erde. Die Wüste umfasst ein Gebiet von reichlich 1.500 km². In dem Wüstengebiet besteht absolutes Fahrverbot. Von wenigen Orten (z.B. Barreirinhas) werden Exkursionen in die Wüste durchgeführt, d.h. man fährt von dort zum Wüstenrand und wandert dann durch die Lençóis Maranhenses. Das Wandern in diesem Gebiet ist teilweise sehr anstrengend, insbesondere wenn man auf/über eine Düne möchte - drei Schritte vor und durch den rutschenden Sand geht es gleichzeitig 2 Schritte zurück. Hinzu kommt immer mal wieder ein doch recht kräftiger Wind, der einen in Sand einhüllt. Während der Regenzeit sind in der Lençóis Maranhenses diverse Seen zu finden, welche mit Ausnahme von wenigen (drei?) wieder eintrocknen. Der maximale Wasserstand soll zur Regenzeit knapp 1,5m betragen. Man kann ganz angenehm in diesen Seen baden. In einzelnen Seen sollen auch Fische vorkommen. In den besuchten Seen konnte ich jedoch keine entdecken. Von einer Düne, von welcher wir den Sonnenuntergang beobachteten, konnte ich sehen wie ein Rabengeier gezielt einen entfernt gelegenen See anflog und dann von dessen Ufer aus in den See starte. Da der Geier sicherlich nicht dorthin geflogen ist, um sein Spiegelbild zu betrachten, werden in diesem [...]

Nach Atins

Von Barreirinhas ginb es weiter mit dem Boot auf dem Rio Preguiça zur Küste (hellblaue Strecke). Ein Zwischenstopp war in Caburé, einem kleinen Ort auf einer Landzunge zwischen dem Rio Preguiça und dem Atlantik. Caburé war ein kleines Fischerdorf. Heute ist man dort doch mehr auf Tourismus ausgerichtet: Gaststätten und Bungalows. Von Caburé über den Rio Preguiça hinweg liegt Mandacaru. Ein weiterer von Touris stark besuchter Ort. Anziehungspunkt ist ein alter Leuchtturm, von dem aus man weit über Land sehen kann. Natürlich war auch hier der Weg vom Anlegesteg bis zum Leuchtturm mit diversen Läden und Imbissbuden gepflastert. Ende unserer Tagesetappe war Atins. Ein kleiner Ort an der Mündung des Rio Preguiça. Unsere Unterkunft lag etwas abseits. Auf dem Gelände der Pousada wurde eine Menge Nutzvögel gehalten. Ein Igarapé (ohne Namen) floss an der Pousada vorbei. Fische gab es in dem nur sehr wenige: ein paar Salmler und 3 kleine Kugelfische, die es so eilig hatten, dass ich sie nicht einmal fotografieren konnte. Am nächsten Morgen liefen wir dann zur Küste. Das Laufen im Sand machte wieder etwas zu schaffen. Am Strand war dann wieder ein kräftiger Wind der alles mit Sand zuwehte. Eine Familie hatte hier einen Kugelfisch gefangen - wir durften Bilder von ihm machen. [Zeige eine Slideshow]

Nach Parnaíba

Von Atins ging es mittags dann via Boot nach Caburé zurück. Dort wartet dann schon ein Fahrer mit Auto, der uns nach Parnaíba bringen sollte. Die "Schnellstraße" von Caburé war ja schon auf zwei Bildern weiter oben zu sehen. Es ging also erst einmal ca. 25 km auf dem Sandstrand die Küste entlang bis wir bei Paulino Neves wieder richtige Straßen hatten (dunkelblaue Linie). Bis Parnaíba waren es dann noch ca. 150 km. Gegen 17:00 Uhr kamen wir an. (2. Route von A nach B) Eigentlich, lt. Plan sollten wir bei Parnaiba noch die Möglichkeit haben, eine Bootstour ins Parnaiba-Delta zu machen. Die sollen ca. 3 Stunden dauern. Sonnenuntergang war in der Region kurz nach 18:00 Uhr. Die Bootstour fiel also leider aus. Unsere Reiserleiterin hatte sich bereits in Atins verabschiedet, mit dem Hinweis, dass wir am nächsten Tag abgeholt werden würden. Mal von der "verpassten" Bootstour abgesehen hat das alles geklappt. Es war Abend geworden, wir haben geschlafen, wir waren Frühstücken ... wir wussten immer noch nicht, wie es mit uns an dem Tag weitergehen sollte - das Ziel war schon klar, nur keinerlei Info, wann unser Fahrzeug kommen sollte. Irgendwie drängelte sich bei uns der der Verdacht auf, dass da wohl etwas "komisch" läuft. Der erste Teil der Reise (9 Tage) war lt. Website des Reiseanbieters eine "Geführte Reise" mit dem Hinweis auf eine örtliche (deutsche) Reiseleitung. Letztlich kam raus, dass man mit der örtlichen Reiseleitung, lediglich die Reiseleitung auf dem Ausflügen meinte und weil es an den [...]

Nach Jericoacoara

Von Parnaíba führte die Route weiter nach Osten. Ziel war Jericoacoara. Zunächst gab es einen kleinen Zwischenstopp in Chaval (blauer Marker), einem kleinen idyllischen Ort, um den herum sich viele dunkelgraue, runde Felsen befinden, die sehr an das Guyana-Schild erinnern. Bei Camocim (Beginn der orangen Strecke) ging es mit der Fähre über den Rio Coreaú. Durch den relativ hohen Wellengang sind wurde die Überfahrt ziemlich feucht. Aus Sicherheitsgründen durften wir auch nicht im Auto sitzen bleiben. Nach einer kurzen Strecke durch Niederwald ging die Strand- und Sand-Rally weiter. Als Nicht-Einheimischer würde man es dort wohl ausgesprochen schwer haben, den rechten Weg zu finden. 20 km hinter der Fähre befindet sich die Duna do Funil (hellgelber Marker), eine ca. 20 m hohe Düne. Diese wird zum Snowboard (Sandboard?)-Fahren genutzt. Für die nicht so standfesten gab es Glider. Statt Sessellift hat man sich dann unten von einem Strandbuggy abholen lassen. Ein kurzes Stück weiter ist dann der Lagoa da Tarta. Es war Zeit zum Mittagessen. Die Frage nach einer Speisekarte wurde mit einem Tablett mit Hummer, Fisch und Garnelen beantwortet. Wir sollten uns aussuchen, was man uns zubereiten soll. Wir haben uns nur für den Fisch entschieden. Nach ca. 20 Minuten war er soweit - lecker. Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter die Küste entlang nach Guriú. Dort befindet sich das Passeio Ecológico do Cavalo Marinho (violetter Marker). Mit einem kleinen Boot fährt man keine 50 Meter und bekommt dann von einem Guide die Seepferdchen gezeigt. Unvergessen sind dort sicherlich auch die [...]

Jericoacoara

Am Nachmittag erreichten wir dann Jericoacoara, auch kurz Jeri genannt. Früher soll das ein Fischdorf gewesen sein, heute ist es eine Touristenhochburg: Hotels, Posadas, Gaststätten, Geschäfte, ... ... aber keine Bank und kein Geldautomat ... man möchte also reichlich Bargeld mit haben oder bezahlt per Kreditkarte. Keine Straße, Bahn oder Bus fährt dorthin - alles wird mit Offroad-Fahrzeugen oder Strandbuggi transportier. Naja, ein paar Mopedfahrer und Pferdewagen gibt es noch. Die Straßen und Wege im Ort fast alle mit tiefem Sand, es ist anstrengend dort zu laufen. Zu Weihnachten/Silvester sollen alle Unterkünfte in dem Ort Wochen vorher ausgebucht sein. Etwa 3 Kilometer von Jeri an der Atlantikküste entlang ist der Pedra Furada (durchbohrter Stein). Das hört sich nach einem kurzen Spaziergang an - aber bei ca. 30°C im Schatten, der Weg in der prallen Sonne, mit gewissen Höhenunterschieden und auch Klettereinlagen über die Felsen war es doch eine kleine Herausforderung. Um nicht den gleichen Rückweg zu nehmen, kletterten wir am Pedra Furada den ganzen Hübel aufwärts ... dort warte dann doch schon eine Pferdekutsche, um die Touris nach Jeri zurückzubringen. Eine weitere Attraktion bei Jeri ist die Duna do Sol. Tagsüber ist es eine normale Düne, doch gegen 18:00 Uhr pilgert fast der ganz Ort zu der Düne um den Sonnenuntergang zu sehen. Jeri und damit auch die Duna do Sol ist einer der wenigen Orte in Brasilien, von denen man die Sonne im Meer versinken sehen kann. Ein paar Fische gab es auch bei Jeri. Insbesondere unter den Booten [...]

Nach Fortaleza

Von Jeri gab es eine etwas längere Tour bis Fortaleza. (Die dritte blaue Route). Spät in Jeri losgefahren, spät in Fortaleza angekommen - aber zumindest noch eine Stunde bis die Sonne unter ging. Den Strand von Fortaleza-Iracema, einschließlich der Mole hat man vor ein paar Jahren großzügig hergerichtet. Dennoch war er relativ leer. [Zeige eine Slideshow]

Nach Porto de Galinhas

Von Fortaleza ging es mit dem Flugzeug nach Recife, dem Anfang unserer zweiten Teilstrecke. Von Recife sollte es dann mit Mietwagen die Küste entlang in Richtung Süden gehen. Die Übernahme des Mietwagens war super: ohne Aufpreis eine Kategorie höher, Navi inklusive. (In Deutschland hatte ich noch überlegt wie ich zu einem Navi mit brasilianischen Kartenmaterial komme: in Brasilien mieten: 13 EUR/Tag in Deutschland mieten: etwa die Hälfte eigenes Navi mit brasilianischen Kartenmateriale ca. 75 EUR) Von der brasilianischen Reiseagentur, die die Tour dort organisiert hat, war eine deutschsprechende Angestellte gekommen und war uns bei der Übernahme des Mietwagens behilflich. Interessant war vor allem, dass sie einst die Tour ausgearbeitet hat und die Tour normaler Weise mindestens zwei Tage länger sein sollte, als man uns in Deutschland angeboten hat. Wie wir weiter erfahren haben, hat sie auch eine Tour durch das südliche Pantanal erarbeitet. In den uns bekannten deutschen Reisekatalogen hat man diese auch etwas "optimiert". Wenn wir also ins Südpantanal fahren, weiß ich schon mal wo ich mich beraten lassen werde. :D Die Mietwagenstation war schon im Süden von Recife. Ich habe es mir dann erstmal verkniffen nach Recife reinzufahren. Also ab nach Süden. Kleine Ernüchterung, das Navi kannte unseren Zielort (noch) nicht. Wir haben uns daher etwas verfahren, zu den geplanten ca. 90 Kilometer für den Tag kamen mal noch 45 km dazu - fast ausschließlich durch irgendwelche Zuckerrohrplantagen. Egal ob Ebene oder Hügel: Zuckerrohr, Zuckerrohr, Zuckerrohr ... überall wo wir hingesehen haben. Nachdem wir durch die Zuckerrohr-Region durch [...]