Aquaristik Fachmagazin Februar / März 2012 – „Wels-Presseschau“

Die neue Ausgabe des Aquaristik Fachmagazines (Nr. 223) habe ich heute erhalten und ich möchte Euch auf die für Welsfreunde doch ausgesprochen interessante Ausgabe aufmerksam machen.

Entgegen der Gewohnheit, mit den Harnischwelsen zu beginnen, möchte ich auf Grund der Bedeutung auf den Artikel "Neue Erkenntnisse über die Verwandschaftsverhältnisse bei Panzerwelsen" von Ingo Seidel hinweisen. Im Wesentlichen geht es dort um zwei Arbeiten von Alexandrou, Taylor u.a. von 2011: "Evolution, Ecology and Taxonomy of the Cordydoradinae Revisited", in der die Verwandtschaftsverhältnisse der Callichthyidae (Panzer- und Schwielenwelse) genauer untersucht werden und "Competition and phylogeny determine comunity structure in Müllerian co-mimics" (Der vollständige Artikel ist kostenpflichtig.), in dem es um das gemeinsame Vorkommen von sehr ähnlichen Callichthyidae-Arten in einem Habitat geht.

Kernstück der Arbeiten ist die Erkenntnis, dass es mehrere Abstammungslinien bei den Callichthyidae vorhanden sind. Auf diese Abstammungslinien geht Ingo näher ein:

  1. Die Corydoras im engeren Sinne (senso stricto)
  2. Die Gattung Aspidoras
  3. Die Gattung Scleromystax
  4. Die freischwimmenden Zwergarten (Microcorydoras)
  5. Die Corydoras-elegans-Gruppe (Gastrodermus)
  6. Die Panzerwelse um Corydoras paleatus
  7. Die Corydoras-aneus-Gruppe (Osteogaster)
  8. Die spitzschnäuzigen Panzerwelse mit halblangem Kopfprofil
  9. Die kurzschnäuzigen Panzerwelse (Hoplosoma)

(Siehe auch hier.)
Auch wenn von Alexandrou und Taylor keine neuen Gattungen definiert wurden, so sind unter den Abstammungslinien ganz heiße Kandidaten vertreten.
Weiterhin kann man davon ausgehen, dass Callichthyidae-Arten gleicher Abstammungslinie sich hybridisieren können und Callichthyidae-Arten unterschiedlicher Abstammungslinie nicht!
In diesem Zusammenhang sei auch das Buch von Fuller/Evers "Identifying Corydoradinae Catfish Supplement 1" genannt, in dem auch auf die genannten Arbeiten eingegangen wird.

In einem weiteren Artikel von Ingo Seidel geht es um einen guten Bekannten "Der Metallpanzerwels – ein Evergreen mit vielen Gesichtern". Besonders wichtig erscheint Ingos Feststellung, dass es sich bei all den bekannten Metallpanzerwelsen nicht um eine einzige Art, sondern eine Artengruppe handelt. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Lebensräume dieser Arten, die doch sehr unterschiedlich sind. Daraus leitet Ingo ab, dass die Tiere auch in unseren Aquarien unterschiedliche Ansprüche haben.
Letztlich unterteilt Ingo die Metallpanzerwelse in verschiedene Typen:

  • Typ A: Der Corydorasaneus-Typ
  • Typ B: Der Corydorasvenezuelanus-Typ
  • Typ C: Der Corydorasschultzei-Typ
  • Typ D: Der Leuchtstreifenpanzerwels
  • Typ E: Der Corydoras-macrosteus-Typ

Mit "Die Corydoras-Arten Surinams – artenreich und selten gepflegt" stammt noch ein weiterer Corydoras-Artikel dieser Ausgabe von Ingo Seidel. Schwerpunkte dieses Artikels sind "die Flusssystem Surinams" und die "Surinam-Corydoras in der Natur und im Aquarium". Ingo geht dann auch auf folgende Arten ein:

Kommen wir nun zu den Harnischwelsen. Genauer gesagt dem einen, von dessen Import uns schon Jens Gottwald auf den 2. Internationalen L-Wels-Tagen berichtete:
In "Erstmaliger Import von Pseudacanthicus fordii" geht Ingo auf diese Art, Pseudacanthicus fordii etwas näher ein.

Der Artikel "Ein aquaristisch neuer Auchenipterichthys aus dem Rio Tapajós in Brasilien" informiert über einen vor kurzem importien Trugdornwels. Auch dieser Artikel stand von Ingo Seidel.

Erwähnen möchte ich noch das Review von Prof. Dr. Stephan Tanner zu den 2. Internationalen L-Wels-Tagen, an denen er teilgenommen hat. (Siehe auch dort)

Insbesondere für Panzerwels-Freunde sind interessante, wichtige Artikel in dieser Ausgabe enthalten.

error

Enjoy this blog? Please spread the word :)