Argentinien 2014

1 Nach Buenos Aires

Da es mich mal wieder nach Südamerika getrieben hat - dieses Mal jedoch in erster Linie um weiter Spanisch zu lernen - im folgenden ein paar Bilder von und ein paar Zeilen von der Tour. Der Flug teilte sich in zwei Etappen - zunächst von Frankfurt am Main nach Sao Paulo und dann weiter nach Buenos Aires. Argentinien 2014 auf einer größeren Karte anzeigen [Zeige eine Slideshow]

2 Buenos Aires – Microcentro

Das unmittelbare Zentrum von Buenos Aires wird als Microcentro bezeichnet. Hier war auch meine Sprachschule. Zweiter Tag – Sonntag – meine Gastfamilie gefragt, wo man Fahrkarten für die U-Bahn bekommt: angeblich ab 10:00 Uhr am Kiosk oder kurz dahinter in einem Laden. Am Kiosk gab es dann natürlich keine Fahrkarten und der Laden hat an diesem Sonntag nicht aufgemacht – aber direkt an der U-Bahn-Station gab es Fahrkarten, pro Fahrt ca. 0,35 EUR. (Warum die mich nicht gleich zur U-Bahn-Station geschickt haben, wurde mir erst einen Tag später klar/erzählt.) Also ab in die Innenstadt. Plaza de Mayo dahinter das Casa Rosada  / Casa de Gobierno, der Amtsitz der Präsidentin Bekannt auch daher, weil von dem Balkon immer mal Ansprachen an das Volk gehalten worden sind. Am bekanntesten sicherlich auch durch Eva Duarte de Perón (Evita), bzw. der Verfilmung des Musicals „Evita“. Bekannt ist auch dieser Platz durch die „Abuelas de la Plaza de Mayo“ bzw. „Madres de la Plaza de Mayo“, Frauen die permanent für die Aufklärung der Schicksale ihrer Enkel bzw. Kinder, die während der Militärjunta 1976-1983 verschleppt worden sind, demonstrieren. Wie ich erfuhr sind inzwischen auch „diese Kinder“ mit dabei, die heute von den Schicksalen ihrer leiblichen Eltern erfahren wollen. (Siehe zum Beispiel: Spiegel online „Argentinierin findet geraubten Enkel: ‚Ich wollte nicht sterben, ohne ihn zu umarmen‘„) Avenida 9 de Julio – die Hauptverkehrsader von Nord nach Süd – in Richtung Süden. (Die Straße kann man auch ganz gut oben auf dem Luftbild erkennen – fast in der Ecke […]

3 Buenos Aires – Naturkundemuseum

Nachdem ich erkundet hatte, wo ich am Montag in die Schule muss, nutzte ich den Nachmittag zum Besuch des Naturkundemuseums (Museo Argentino de Ciencias Naturales Bernardino Rivadavia) von Buenos Aires. ¿Puedo hacer unas fotos, por favor? – Welch böse Worte, kaum hatte ich sie ausgesprochen, noch bevor die junge Frau an der Kasse mir antworten konnte, kam aus dem benachbarten Gang eine Frau vom Aufsichtspersonal auf mich zu und erklärte mir: „ja, aber keinesfalls die Aquarien“.  🙁 Naja, ob sich dann der provokativ vor mir posierende Hypostomus (höchtswahrscheinlich ein Hypostomus commersoni) durch ein Bild ohne Blitzlicht hätte gestört gewesen wäre, oder ob das Problem vielleicht bei den Pacus in einem 200L-Becken lag… In dem Gang mit den Aquarien stand ich dann anscheinend unter besonderer Aufsicht. Besonders bekannt ist das Museum auch durch seine Vogelausstellung, deren Umfang in Südamerika einmalig zu sein scheint. Das Museum war auf jeden Fall sehr schön.

4 Buenos Aires – Cementerio de la Recoleta

Tag 3 – Montag – erster Schultag: natürlich anders als erwartet – statt eine mittelgroßen Gruppe nur die (eine von zwei) Lehrerin da – also Einzelunterricht. Das hatte natürlich etwas mit Stress zu tun. Nach der allgemeine Vorstellung gab es erstmal ein kleines Spanisch-Update, da man in Argentinien (und Paraguay) einiges etwas anders auspricht, zum Beispiel: In unserem Weihnachtsrätsel hatten wir ja schon einen kleinen Exkurs mit Llanos – wo das Ll wie [lj] ausgesprochen wird – in Argentinien wird dann aus dem LL ein [sch] Auch gibt es dort eine weitere 2 Person Singular – vos neben dem überlichen tú. … Zum Glück ist da die Konjugation sehr simpel. Damit waren dann vom Sonntag ein paar Kommunikationsprobleme geklärt. Nach 6 Stunden „Dauerstress“ war dann noch etwas Zeit und das Wetter relativ gut: Zeit um den der Schule nahe gelegenen Stadtteil Recoleta zu besuchen. Insbesondere sagt man dem Stadtteil nach, dass es dort teurer ist zu sterben als zu leben. Hintergrund und wohl auch die bekanntestes Sehenswürdigkeit dieses Stadtteils ist der Friedhof von Recoleta. Obwohl es noch bis nach 20:00 Uhr in Buenes Aires hell war (im Februar ist Sommer in Buenoas Aires) hat man die Besucher schon 18:00 Uhr gebeten, das Gelände zu verlassen. Wenn man zurück an seine Schulzeit denken würde, hätte mir wohl klar sein müssen, was am nächsten Tag im Unterricht kommen musste: ¿Qué hiciste ayer? (Was hast Du gestern gemacht?) Das zog dann ein ca. halbstündiges Gespräch über Recoleta und den Friedhof nach sich – auf […]

5 Reserva ecológica de Buenos Aires

Tag 4 – nach dem Unterricht ging es wieder auf Tour – im Gegensatz den den Morgen- und Vormittagsstunden war ausgesprochen gutes Wetter. Daher bot sich ein Besuch des Naturschutzgebietes (Reserva ecológica de Buenos Aires) nahe dem Zentrum an. (auf der Luftaufnahme oben, die vorgelagerte „Insel“.) Zunächst musste ich erst einmal wieder durch das Microcentro. Im Naturschutzgebiet waren hohe Gräser, Schilf, Sträucher und niedrige Bäume zu finden, die sicherlich für viele Tiere Unterschlupf bieten. Auf der einen Seite konnte man immer mal wieder die Skyline von Buenos Aires sehen, auf der anderen konnte man bis an den Río de la Plata. Auf Grund der Verschmutzung wird dringend abgeraten im Río de la Plata zu baden. Man sieht aber immer wieder Porteros (Einwohner von Buenos Aires), die dort ein Bad nehmen. Der Ausgang von dem Naturschutzgebiet ist nahe dem Darseña norte (nördliches Hafenbecken). Von hier fahren die Passagierschiffe/Ausflugsboote auf den Río de la Plata bzw. bis nach Uruguay.

6 Buenos Aires – Norte

Tag 5 – naja, was am nächsten Tag Gesprächsthema in der Schule war, kann sich ja jeder denken. Meine Lehrerin war total überrascht, dass sich Leute zum Baden in den Río de la Plata getraut haben. An diesem Tag musste meine Lehrerin wohl auch zu der Ansicht gekommen sein, dass ich zu viel Freizeit hatte: tareas – Hausaufgaben An dem Tag hatte mich das nicht ganz so gestört, da es den schon den ganzen Tag regnete. Lt. Wetterbericht sind in der ersten Woche meines Aufenthaltes in Buenos Aires täglich ca. 120 L/m² Niederschlag gefallen, zumeist in den Nachtstunden und während der Vormittage. In den frühen Morgenstunden gab es auch fast täglich heftige Gewitter. Dagegen sollte in der Pampa, also unweit von Buenos Aires Trockenheit geherrscht haben. Von meiner Lehrerin hatte ich erfahren, dass der Februar in Argentinien so etwa den Ruf hat wie bei uns der April. Allerdings auch, dass das (Un-)Wetter während der letzten Jahre immer extremer geworden ist. Man sagt in Buenos Aires auch, dass der Februar der Urlaubsmonat der armen Leute ist. Die anderen sollen sich für März entscheiden, der wohl beliebteste Urlaubsmonat in Argentinien. Offensichtlich hatte das Regenwetter dieser Tage in Buenos Aires zumindest für viele Frauen etwas Positives: die Wahl der Schuhe schien sehr einfach – sie trugen zumeist modisch bedruckte Gummistiefel. Also an dem Mittwochabend ist nichts Touristisches gelaufen und am Donnerstag war die Frage ¿Qué hiciste ayer? (Was hast Du gestern gemacht?) leicht beantwortet: No tenía tiempo libre, porque tenía que hacer mí […]

7 Tigre

Tag 7 – Freitag, es ist höchste Zeit das Wochenende zu planen. Das mit den Fahrkarten für die U-Bahn (Subté) hatte ich inzwischen rausbekommen: es gibt in Buenos Aires für die öffentlichen Verkehrsmittel ein Prepaid-Bezahlsystem (Subé). Das ist natürlich einfacher als sich für die U-Bahn Fahrkarten besorgen zu müssen oder im Bus mit Münzen zu bezahlen. Allerdings ist es in Buenos Aires nicht ganz so einfach immer Geldstücke zu bekommen. So wie meine Lehrerin sagte, verschwinden immer Mal große Mengen Geldstücke in der Schrottpresse, da der Materialwert zeitweise höher als der Nominalwert ist. Das Prepaid-System soll allerdings auch staatlich überwacht werden, um in Buenos Aires für Schwarzarbeit Verdächtige ausfindig zu machen. So etwa, wer jeden an jedem Arbeitstag zur gleichen Zeit… Man hat mich überzeugt, dass ich doch keine Subé-Karte bräuchte, da man ja mit Münzen bezahlen können und die Subé-Karte würde auch erst ein Mal eine Grundgebühr kosten. Wenig später hatte ich auch für rund 20 EUR Münzen. Die sollten ja für ein Wochenende reichen. Für Samstag hatte ich mir vorgenommen nach Tigre zu fahren, einem Vorort von Buenos Aires, direkt am – eigentlich mehr im Paraná-Delta. Von Buenos Aires nach Tigre kommt man am einfachsten mit dem Zug. Fahrpreis ca. 1,40 EUR für Hin- und Rückfahrt von ca. 35 km. Der Zug war ein Erlebnis, die Fahrt noch ein größeres – permanent Streckenabschnitte in denen nur Schritttempo gefahren werden konnte. Für die 35 km hat der Zug eine reichliche Stunde gebraucht. Tag 8 – Tigre hat einen sehr […]

8 Buenos Aires – Retiro

Tag 8 abends – wenn man mal etwas länge dort ist, wäre es sicherlich sehr interessant mal die normalen Linienboote ab Tigre zu evaluieren. Auf die schnell hatte ich durchaus einige interessante Route (anscheinend) weg von Tigre weiter ins Delta ausgemacht. Jedoch hatte ich keine Informationen zum Rückweg gefunden und um mich auf Verdacht in bester Hoffnung auf einer Delta-Insel aussetzen zu lassen, war ich nicht optimal ausgerüstet. Hat die Tage zuvor der Regen und die ausgesprochen schwüle Luft gestört, so war es an dem Samstag die Hitze und so richtig schöne schattige Plätzchen konnte ich in Tigre nicht ausmachen. So viele Leute wie offensichtlich an dem Tag von Buenos Aires nach Tigre gekommen sind, hat mir dann auch schön arge Bedenken bzgl. der Rückfahrt gemacht. So brach ich relativ zeitig wieder nach Buenos Aires auf. Wieder zurück in Buenos Aires machte ich noch einen kleinen Abstecher zum Hafen. Leider ist man an den nicht so richtig rangekommen. Vom Bahnhof Retiro fahren die Züge in Richtung Nordwesten von Buenos Aires, aber anscheinend nur kürzere Strecken – ich denke mal kaum weiter als 70 km.

9 Buenos Aires – Botanischer Garten und Zoo

Tag 9 – An diesem Tag wollte ich Temaiken besuchen. Empfohlen wurde es mir von argentinischen Freunden als Wissenschaftspark, Zoopark trifft es aber vielleicht besser. Aus Buenos Aires kommt man theoretisch ganz gut mit dem Bus dorthin, eine reichliche Stunde Fahrzeit. Die Bushaltestelle war nur 3 U-Bahn-Stationen von meiner Unterkunft weg und ein paar Linienbusse warteten auch schon auf die Abfahrt. Wie sagte man mir doch – in den Bussen kann man auch mit Münzen bezahlen. Doch leider nicht in allen. Ohne Prepaid-Karte war da nichts zu machen. Ach ja, und wir hatten ja mal wieder Sonntag – auch keine Prepaid-Karte für die Öffis zu bekommen. Die umgerechnet 1,50 EUR für die Vorauszahlung der Prepaid-Karte wären also gut angelegt gewesen. Das war es dann mal wieder. Unweit der Bushaltestelle sind auch der Botanische Garten und der städtische Zoo. Die waren dann eine Alternative notgedrungen. Von einem botanischen Garten habe ich eigentlich ein etwas anderes Verständnis, aber was soll es – zumindest grün war er. Anschließend ging es in den Zoo, gleich neben den botanischen Garten. Der Zoo hatte umgerechnet ca. 10 EUR Eintritt gekostet. Der Botanische Garten war kostenlos. Vielleicht noch zum Vergleich: Der Burger-Index ist etwa 1:1. Eine Lehrerin an der Schule hat umgerechnet etwa 500 – 600 EUR erhalten. Übrigens: Als ich nachmittags den Zoo verlassen hatte, wurde von den Zooangestellten vor dem Haupteingang gestreikt, offensichtlich weil sie mehrere Monate lang kein Geld bekommen hatten.  

10 Buenos Aires – Club de Pescadores

Das war das erste Wochenende – leider nicht so ganz wie geplant, aber was soll es. Am Montag nach dem Unterricht hatte ich dann einen Zooladen besucht. Am beeindrucktesten war da, dass ich gleich am Eingang unbedingt meinen Rucksack und Fotoapparat abgeben musste. Naja, ich hätte den Fotoapparat wohl auch nicht gebraucht. Am Mittwoch ging es dann noch einmal an den Río de la Plata, diesmal nördlich vom Zentrum. Das Ziel eigentlich vielversprechend: Club de Pescadores (=Angler). Das sah zwar sehr imposant aus, allerdings wollte man mich nicht reinlassen. Außerhalb der Clubs gab es auch eine ganze Reihe Angler. Die Fische waren aber immer die gleichen. Kommentar meiner Lehrerin am nächsten Tag: „Die Fische können nur für den Verkauf sein.“ (Wer weiß wo die gefangen worden sind, würde die nie essen.) Ein paar andere Vögel gab es da auch. Auf der dem Ufer abgewandten Straßenseite befindet sich dort der städtische Flughafen, hauptsächlich für Binnenflüge, aber auch nach Sao Paulo. Irgendwie hatte ich schon geahnt, dass etwas schief läuft. In der Mittagspause vom letzten Schulfreitag hatte ich zu sehr auf die Autos aufgepasst und ein tückisches Loch im Bürgersteig übersehen (dort wo man freundlicher Weise dann hinterher den Papierkorb reingestellt hat.) Mit einem Bein bin ich drin vollkommen verschwunden, der andere Fuß und eine Hand verstaucht. Wenig später war der Fuß stark angeschwollen und ich konnte kaum auftreten. Der Mist ist bis heute noch nicht wieder ganz weg. Ich glaube, hätte ich am Vorabend den Mietwagen nicht verbindlich gebucht, wäre ich […]