Venezuela 2011

1 Ankunft in Maiquetia (Caracas)

Der Flug nach Maiquetia, dem Flughafen der Hauptstadt Venezuelas hat von Frankfurt/M. ca. 10 Stunden gedauert. (Wer solch lange Flüge plant, sollte sich wegen der hohen Thrombosegefahr von seinem Hausarzt Fraxiparin - pro Langzeitflug eine Spritze - verschreiben lassen.) Der Flughafen Simon Bolivar in Maiquetia spielt eine zentrale Rolle im Flugverkehr Venezuelas. Einerseits kommen dort die internationalen Flüge an bzw. gehen ab. Andererseits ist der Flugverkehr in Venezuela sternförmig organisiert, so dass fast alle Flüge diesen Flughafen berühren. Venezuela 2011 - 1 auf einer größeren Karte anzeigen Die Einreise verlief unkompliziert und schon bald ging es mit dem "Reisebus" zu unserem Hotel nach Tanaguarena, direkt an der Karibikküste. Dieses sollte nur für einen Zwischenstopp dienen, da für den nächsten Morgen der Weiterflug nach Barinas, im Westen Venenzualas, nahe der Anden geplant war. Da zwischen Tanaguarena und Caracas ein Höhenzug liegt, haben wir von der Hauptstadt leider nichts gesehen. Auffällig war dennoch der Unterschied zwischen den sehr schönen Wohnvierteln und Gebieten mit armseeligen Behausungen. Wer etwas mehr über Venezuela gelesen hat, weiß auch, dass Venuzuela ein Land mit sehr hoher Kriminalität ist. Besonders die Hauptstadt und deren Umland hat diesbezüglich einen sehr schlechten Ruf. So verwunderte es uns nicht, dass wir bereits auf unseren ersten Kilometern im Land eine Staßensprerre des Militärs passierten, an denen die Posten mit Maschinengewehren ausgerüstet waren. [Zeige eine Slideshow]

2 Flug von Maiquetia (Caracas) nach Barinas

Die Reisegruppe war nun mit 13 Leutchen plus Guide komplett. Am zweiten Tag ging es mit dem Flugzeug weiter nach Barinas - im Westen Venezuelas, am Rande der Llanos, am Fuss der Anden. Doch zunächst musste wir vom Hotel zum Flughafen. Eine riesige Blechsschlange zog sich die Küstenstraße entlang. Die Kreuzungen wurden von Polizisten geregelt. Wer wann die als Insel markierte Mittelspur verwenden durfte, habe ich bis heute nicht verstanden. Irgendwie hat das jedoch geklappt.   Venezuela 2011 - 2 auf einer größeren Karte anzeigen Die Abfertigung am (nationalen) Flughafen erfolgte fast problemlos. Unsere Flugzeug hatte auch nur 20 Minuten Verspätung. Die Entfernung der Flugstrecke betrug ca. 450 km und war in ca. einer Stunde hinter uns gebracht. Dank gutem Wetters hatten wir auch etwas unter uns gesehen. Ich hoffe, dass bei der Zuordnung der Ortsbezeichnungen keine Fehler unterlaufen sind. [Zeige eine Slideshow]

3 Von Barinas nach Hato el Cedral

Das erste Hauptziel unserer Reise war Hato el Cedral, eine riesige (ehemalige) Viehfarm - zu dieser später mehr. Zunächst mussten wir vom Flughafen in Barinas dorthin kommen - eine Strecke von reichlich 200 km durch die Llanos - einer riesigen Ebene, die sich quer durch Nordvenezuela zieht. Bekannt ist diese Ebene vor allem dadurch, dass große Teile während der Regeneit überflutet sind, während in der Trockzeit Dürre herrscht. Venezuela 2011 - 3 auf einer größeren Karte anzeigen [Zeige eine Slideshow]

4 Hato el Cedral – Abendspaziergang

Hato el Cedral ist eine riesige Viehfarm. Sie umfasst ca. 50.000 ha = 500 km². Bis vor wenigen Jahren wurde die Farm privat bewirtschaftet und dann verstaatlicht. Sei dem wurde die Farm zu einem Naturreservat umgewandelt. Um zu verhindern, dass wie in anderen Teilen der Llanos die Fläche austrocknet wurde Wasser weiträumig angestaut. Durch diese Maßnahme haben sich dort viele Tiere dauerhaft angesiedelt. Heute besteht die Möglichkeit auf der Farm zu übernachten und per LKW mit Aussichtplattform, per Boot oder auch zu Fuß auf Safari zu gehen. Da es sehr viele verschiedene Vögel gibt, sollte - wer hat - ein Teleobjektiv mitnehmen. Venezuela 2011 - 3 auf einer größeren Karte anzeigen [Zeige eine Slideshow]

7 Von Hado el Cedral nach San Fernando de Apure

Nachmittags ging es weiter nach San Fernando de Apure. Dieses war der mir bekannteste Ort in den Llanos, da für diverse Harnischwelse der Rio Apure, aber auch San Fernando de Apure selber als Lokalität angegeben ist: diese. Allerdings wurde mir zu dem Zeitpunkt auf der Reise langsam auch bewusst, dass Welse in Venezuela gut, jedoch Harnischwelse nicht im geringsten bekannt sind. Auf dem Weg nach San Fernando de Apure (ca. 280 km) bot sich ein ähnliches Bild wie am Vortrag: viele kleine Anwesen. Venezuela 2011 - 5 auf einer größeren Karte anzeigen Von der Sache her war im Rahmen der Reise San Fernando de Apure nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Puerto Ayacucho vorgesehen. Die Ankunft war abends und die Weiterfahrt war für den nächsten Morgen geplant. Unser Guide machte uns auf den dem Hotel nahegelegenen Boulevard aufmerksam. Empfahl uns aber Wertsachen und Fotoapparate im Hotel zu lassen. Die Geschäfte hatten meine Frau und mich weniger interessiert. So entschieden wir uns abends lieber im Hotel Essen zu gehen und dann am nächsten Morgen zu Sonnenaufgang zum Rio Apure gehen zu wollen. Aus unserer Reisevorbereitung wusste ich, dass dieser nur ca. 500 m vom Hotel entfernt sein musste. Unser Guide war von der Idee nicht unbedingt angetan. Meinte jedoch, wir sollten aber höchstens den kleinen Fotoapparat mitnehmen. Seltsamer Weise war dann auch der Wirt nicht so begeistert von unserem Vorhaben. Zumindest konnten wir es uns nicht anders erklären, wieso er uns den Weg ausreden wollte, so in der Form: zum [...]

8 Von San Fernando de Apure nach Puerto Ayacucho

Von San Fernando de Apure bis Puerto Ayacucho sind es ca. 330 km. Da die Straßenverhältnisse in Venezuela nach Süden kommend immer schlechter werden entspricht dieses fast einer Tagestour. Das wichtigste Zwischenziel ist die Fähre über den Orinoco bei El Burro. Vor der Fähre ist die Landschaft noch wesentlich durch die Ebene der Llanos gekennzeichnet, nach der Fähre durch die Granit-Berge und -Hügel des Guyana-Schildes, der ältesten Oberflächenformation der Erde. Venezuela 2011 - 6 auf einer größeren Karte anzeigen Ab El Burro führt die Straße nach Puerto Ayacucho fast parallel, unweit zur kolumbianischen Grenze. Aus diesem Grund sind wohl dort besonders viele (3) Militärkontrollen auf relativ wenigen Kilometern. Die Kontrollen wurden dort auch besonders genau genommen. (Von Rio Arauca - höchstwahrscheinlich aus der Umgebung der gleichnamigen Ortschaft Arauca, stromaufwärts der Brücke, an der kolumbianischen Grenze stammt ein Dolichancistrus der vor kurzen von Aquaglobal importiert werden konnte: Dolichancistrus sp. "Rio Arauca") [Zeige eine Slideshow]

9 Von San Fernando de Apure nach Puerto Ayacucho (ab Orinoco)

An der Orinoco-Fähre mussten wir zunächst etwas warten – wie man auf dem Bild unten sieht, ist die nicht gerade groß. Die Übersetzung (ohne Wartezeit) dauert mit der Fähre ca. 15-20 Minuten. So war noch etwas Zeit sich am Fluss umzusehen. In dem Bereich des Orinocos gibt es auch Süßwasserdelphine. Bilder von denen zu bekommen setzte viel Glück voraus – man musste praktisch den Auslöser bedienen bevor die Tiere aus dem Wasser guckten. Leider hatte ich da kein Glück.

10 Puerto Ayacucho (Orinoco-Lodge)

Auf dem Vormittagsplan standen der Schildkrötenfelsen, der Besuche von Puerto Ayacucho (Fisch- und Markt), das Ethnische Museum mit Information über die Indianerstämme in Venezuela und der benachbarte Indianermarkt sowie ein Aussichtspunkt über den Stromschnellen bei Puerto Ayacucho. Für den Nachmittag war der Besuch eines Indianerdorfes der Piaroa. Rio Orinoco vor der Lodge Natürlich konnte ich es mir am frühen Morgen nicht nehmen lassen, gleich beim Hellwerden zum Orinoco hinunter zu gehen. Schon im Vorfeld wurde uns von vielen Leuten, die Südamerika vor uns besucht haben, von unserm Autan abgeraten und empfohlen, Mückenschutzmittel im Urlaubsland zu kaufen. Unser Guide hatte uns dann in Venezuela gerade Autan empfohlen. Venezuela 2011 - 7 auf einer größeren Karte anzeigen Wasserwerte Río Orinoco ca. 6:15 Uhr: Temperatur 29,6°C Leitfähigkeit 27 µS/cm Tageshöchsttemperatur Puerto Ayacucho: 37°C Andere übliche Mückenschutzmittel in diesen Ländern enthalten zumeist Diethyltoluamid (DEET). Ein entsprechendes deutsches Produkt ist zum Beispiel Anti-Brumm. Da DEET-haltige Mittel wohl giftiger sind als Autan hatten wir uns entschieden nur in den Moskitogebieten Anti-Brumm und sonst Autan zu verwenden. Hinsichtlich der Mücken sei noch erwähnt, dass die in der Trockenzeit nicht ganz so verbreitet und zumeist zwischen Sonnenauf- und -untergang nur im Regenwald anzutreffen sind. An dem Morgen war ich wohl etwas zu früh am Orinco und die Puri-Puris (eine beißende Sandfliege) hatten sich noch nicht verzogen. Die Bisse von Puri-Puris sind zwar sehr unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Problematisch sollen die erst werden, wenn es durch permanentes Kratzen zu Entzündungen kommt. Nach nun ca. 14 Tagen bin ich langsam [...]