Patagonien 2016

Ankunft in Buenos Aires

Von Sao Paulo ging unser Flug nach Buenos Aires, der ersten Station unserer Stippvisite ans "Ende der Welt". Entgegen meiner Ankunft in Buenos Aires 2014 flog unser Flugzeug ein ganzes Stück entlang des Ufers des Río de la Plata, so dass wir einen guten Blick auf das argentinische Ufer hatten: La Plata, Quilmes, La Boca, San Telmo, Puerto Madero, Retiro, Barrio Norte, ... (gelbe Linie) Nach kurzem Auffrischen und Imbiss bekamen wir auf einer Stadtrundfahrt die wichtigsten zentralen Stadtteile gezeigt: San Telmo (Mercado San Telmo, Caminito), La Boca (La Bombonera), Puerto Madero, Retiro (sh. auch 2014), Recoleta (Cementerio de la Recoleta, sh. auch 2014), Microcentro (Casa Rosada, Catedral Metropolitana, sh. auch 2014), ... (blaue Linie) San Telmo und La Boca waren die Stadtteile, die ich 2014 nicht mehr schaffte zu besuchen. Sie standen daher dieses Mal im besonderen Interesse mit ihren Häuschen aus Wellblech, die teilweise sehr schön angemalt sind. In San Telmo, nahe des alten Hafens ist ein kleines Viertel, dass man offensichtlich der Touristen wegen sehr aufgehübscht hat: eine Fußgängerzone zwischen den Häuschen mit viele Cafés, in denen auch Tango-Aufführungen gemacht werden, Fotostationen, an denen man sich mit einem Tangotänzer, einer Tangotänzerin oder einem Double von Diego Maradona ablichten lassen kann, diverse Geschäfte mit Souvenirs ... [Zeige eine Slideshow]

Tigre und Reserva Ecológica

Am zweiten Tag war ein Ausflug nach Tigre angesagt. Das erste Ziel war der Puerto de Frutos (Früchte-Hafen). Früher wurden hier die landwirtschaftlichen Produkte aus dem Paraná-Delta angeliefert und verkauft. Heute ist es ein bessere Trödelmarkt, der immer wieder Scharen von Touristen anzieht. Unweit dem Markt befindet sich der Ableger für Lanchas (Boote), die täglich ins Delta ausschwärmen. Eine kleine Runde stand auf unserem Programm. Normaler Weise werden diese (üblichen Kurz-) Touren unter dem Aspekt das Delta kennen zu lernen vermarktet. Für mein Verständnis sind sie doch eher eine Bootsfahrt durch ein schönes Wohngebiet, mit Wohn- und Wochenendhäusern, Cafés, einem Museum (Museo de Domingo Faustino Sarmiento). Dadurch dass die Ufer durchgehend kultiviert sind, ist von der Natur des Deltas bestenfalls der Fluss zu sehen. Will man das Delta von der Natur her kennen lernen, muss man schon etwas weiter ausholen. Am frühen Vormittag besteht die Möglichkeit, sich mit "Postbooten" ins Delta mitnehmen und dort ggf. auf einer einsamen Insel absetzen zu lassen. Auf dem Rückweg des Bootes kann man sich dann wieder auflesen lassen. Das sollte jedoch gut abgestimmt sein, nicht dass man ein kleines Robinson-Erlebnis hat. (Vgl. auch Tigre 2014) Auf dem Rückweg ging es noch am Stadion Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti (alias El Monumental) vorbei. Den Nachmittag nutzten wir für eine Wanderung durch das Reserva Ecológica Costanera Sur. Dieses ist ein sehr schönes Naturschutzgebiet nahe des Zentrums von Buenos Aires. Das Richtige um mal von der Großstadt auszuspannen und ein paar Tiere zu beobachten. Während ich noch [...]

Parque Nacional Tierra del Fuego

Kurz nach Mitternacht ging unser Flug (braune Linie) von Buenos Aires nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Erde. (Allerdings ist Ushuaia noch weiter vom Südpol entfernt als Moskau vom Nordpol.) Durch den Nachtflug kamen wir relativ zeitig in Ushuaia an. Nach dem Bezug unserer Zimmer ging es dann weiter in den Nationalpark von Feuerland (Parque Nacional Tierra del Fuego). (blaue Route)   Hier zeigte sich uns eine sehr schöne Landschaft. Leider waren nicht sehr viele Tiere zu sehen. An Fischen gibt es wohl nur zwei einheimische Arten, die als Nutztiere jedoch keine Rolle spielen. Der Nationalpark hat als Symbol zwei Magellangänse (Chloephaga picta, Männchen - weiß - und Weibchen - braun). Diese Art ist auf Feuerland endemisch. Ein besonderer Anlaufpunkt im Nationalpark ist das Unidad Postal Fin del Mundo, das am südlichsten gelegene Postamt der Welt. Wer mag kann sich hier in seinen Reisepass gegen Gebühr einen Sonderstempel machen lassen. [Zeige eine Slideshow]

Beagle-Kanal

Für heute war der Ausflug mit einem Exkursionsboot auf den Beagle-Kanal geplant. Da für den Vormittag/Mittag ein großes Kreuzfahrtschiff in Ushuaia erwartet wurde und die Masse Kreuzfahrt-Passagiere auf der Exkursion gemieden werden sollte, war unsere Bootstour für den Nachmittag geplant. Für den Vormittag entschlossen wir uns zu einer kleinen Bergwanderung zu einem Aussichtspunkt (570 m.ü.NN) oberhalb von Ushuaia. Bis zu einem Bergrestaurant ließen wir uns mit einem Kleinbus bringen. Die letzten ca. 2 km bei ca. 280 m Höhendifferenz ging es zu Fuß. Belohnt wurden wir mit einem sehr schönen Ausblick über den Beagle-Kanal. Gegen Mittag ging es zurück nach Ushuaia. Dort kamen wir gerade in einen Streik hinein, in dem es darum ging, dass die Regierung beschlossen hatte, die Gehälter der öffentlich Bediensteten um 6% zu kürzen. Nach dem Mittagessen ging es dann zum Hafen, zu unserer Bootstour. Natürlich wollten wir auf der Tour unbedingt Pinguine in freier Natur erleben. Am Morgen hatten uns andere deutsche Touristen im Hotel erzählt, dass sie am Vortrag auf ihrer Bootstour keine sehen konnten. Wir waren also sehr skeptisch bis wir wohl er zufällig erfuhren, dass es zwei unterschiedliche Routen - eine kurze und ein lange - gibt. Auf der kurzen kann man gelegentlich einzelne Pinguine sehen, auf der längeren ganz sich eine Kolonie. Für uns war die richtige Tour gebucht. Das Wetter hatte sich leider etwas eingetrübt. Wir erreichten aber gerade noch rechtzeitig nach Kormoran- und Seelöwen-Kolonien die Pinguin-Kolonie - welch ein Treiben. Langsam setzte dann auch Regen ein und es wurde [...]

Abschied von Feuerland

Der Morgen war etwas verregnet. Über Nacht hatte es offensichtlich in den Bergen auch geschneit. Die Schneegrenze war deutlich niedriger als am Vortag. Der Abflug war erst für den frühen Nachmittag gebucht. So gab es die Möglichkeit, den Morgen noch für einen Ausflug ins Innere von Feuerland zu nutzen - eine Fahrt zum Lago Escondido (blaue Route). So erhielten wir noch weitere Eindrücke von der Insel.   Am Río Larsiparsabk trafen wir wieder auf Biberbauten. Beim Anblick der doch sehr dicken Bäume, an denen sie sich zu schaffen machen, ist es gut nachvollziehbar, dass sie nicht gerade gerne dort gesehen werden. An einem einsamen Kunsthandarbeitsstand trafen wir auf einem Einheimischen, der uns erzählte, dass er sonst in Hamburg arbeiten würde. Gegen Mittag war dann der Rückflug (braune Linie), entlang der argentinisch-chilenischen Grenze bis zum Beginn der Magellan-Straße. Die etwas eigenwillig erscheinende Grenze in dem Bereich ist darauf zurückzuführen, dass man einst wollte, dass die Magellan-Straße nur zu einem Land (Chile) gehören sollte. Vom Beginn der Magellan-Straße ging es dann direkt auf El Calafate zu. [Zeige eine Slideshow]

Nach El Calafate

Von Feuerland kommend ging es mit dem Flugzeug nach El Calafate (braune Linie). Die relativ eintönige Landschaft wurde immer mal wieder durch Berge und Flüsse aufgelockert. Von El Calafate ging es mit einem Jeep zur Erkundung einer Facienda. Die Weite war sehr beeindruckend, einige Berge (wohl Sandstein) waren malerisch. Unterwegs gab es einige Tiere zu sehen, zum Beispiel Pferde, Rinder (die einst aus England geholt worden waren) und die südamerikanischen Lamas - Guanakos. [Zeige eine Slideshow]

Perito-Moreno-Gletscher

Etwa 60 Kilometer vom El Calafate entfernt ist der Nationalpark Los Glaciares mit einer Fläche von knapp 5000 Quadratkilometern. (Endpunkt B) Der wohl bekanntest Gletscher in diesem Nationalpark ist der Perito-Moreno-Gletscher. Dieses ist einer der wenigen Gletscher, die sich heute noch im Gleichgewicht befinden. Seit ca. 100 Jahren kommt es zu einem kleinen Naturschauspiel, bei dem der Gletscher den Brazo Rico temporär den Abfluss absperrt. Durch die Aufstauung des Brazo Rico kommt es zu einem tunelartigen Durchbruch durch die Gletscherzunge. Der dann in den folgenden Wochen vollkommen zusammenstürzt (Ruptura 2016). Womit das Schauspiel von neuem beginnt. Es ist überwältigend zuzusehen, wie Teile der bis ca. 60 Meter hohen Kalbungsfront in das Wasser des Lago Argentina stürzen und dabei recht große Wellen auslösen. Diese sind offensichtlich nicht zu unterschätzen. Wie unsere lokale Reiserleiterin erzählte, gab es dort bis zum Bau der Aussichtsplattformen 1988 jährlich mehr als 30 Tote, weil die Gefahr unterschätzt wurde und die Leute immer dichter und dichter an das Wasser herangetreten sind. Eine Alternative zur Besichtigung von den Aussichtsplattformen ist die Fahrt mit einem Katamaran auf dem Lago Argentina. Normaler Weise werden die Fahrten sowohl von der Nord- als auch von der Südseite angeboten. Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren wegen der starken Eisabbrüche die Fahrten von der Nordseite her temporär verboten worden.         [Zeige eine Slideshow]

El Calafate – Vogelschutzgebiet

Am Nachmittag waren wir rechtzeitig zurück, um noch einen Abstecher in das Vogelschutzgebiet bei El Calafate zu machen. Leider wurde es schon etwas dunkel, so dass nicht so viel Zeit war in Ruhe alle Vögel zu beobachten. Eine Gruppe asiatischer Touristen verstanden es auch so manchen Vogel durch ihre Lautstärke zu vertreiben. Ein paar Vögel haben sich aber trotz alledem nicht stören lassen. Andererseits war die Abendstimmung, die Lichtverhältnisse am Lago Argentina sehr beeindruckend.   [Zeige eine Slideshow]

Nach Torres del Paine

Am nächsten Morgen ging es relativ zeitig los. Mit dem Bus ging es in einer großen Schleife zur Grenze nach Chile und dann weiter in den Nationalpark Torres del Paine. Der Weg bis zur Grenze war relativ eintönig. Außer ein paar Nandus (Rhea americana) war in der trockenen Landschaft wenig zu sehen. Mit dem passieren der Anden von der Trocken auf die Regenseite, der Ankunft in Chile ändert sich das schlagartig. Die Landschaft war farbenfroher und da offensichtlich auch feuchter besser bewachsen und mehr frei lebende Tiere waren zu sehen: große Guanaco-Gruppen, Gruppen von Nandus, viele Vögel, ... Über den Lago del Torro und über den Lago Azul, stark blau gefärbte Seen mit einem ph-Wert von reichlich 9 hatten wir immer wieder herrliche Blicke auf das Torres del Paine-Massiv. Auf der einen Seite war die grüne Landschaft viel ansprechender, bald zeigte sich aber auch die Schattenseite: es fing an zu regnen und es wurde immer windiger - sehr ungemütlich. Zu Nacht waren wir im Hotel Torres del Paine - ein hochklassiges Haus in exponierter Lage.   [Zeige eine Slideshow]

Torres del Paine

Auch am nächsten Morgen ging es wieder zeitig aus dem Bett. Die Berge hinter dem Hotel Torres del Paine (A) waren noch in Dunkelheit gehüllt. Der Schnee reflektierte die ersten Lichtstrahlen. Vor dem Hotel waren mehrere Andenfüchse (Lycalopex griseus) unterwegs. Wie man uns sagte wohl die Mutter mit ihren Jungen. Unsere Fahrt ging quer durch den Nationalpark Torres del Paine, von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, einer schöner als der andere. Die alte Brücke in der Nähe der Laguna Amarga, die Laguna Amarga, der Aussichtspunkt Nordenskjold, der große Wasserfall (Salto Grande) und so weiter. Stellenweise war sehr starker Wind. Am Salto Grande (C) musste man auspassen, nicht weg geweht zu werden. Bei Windböen sind wir sicherheitshalber in die Hocke gegangen, nicht dass wir noch unfreiwillig im kalten Wasser ein Bad nehmen mussten. (Am nächsten Morgen hatten wir dann erfahren, dass wir Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h hatten.) Am idyllischen Lago Pehoé (D) machten wir Mittagspause. In dieser Zeit konnten wir auch viele Vögel beobachten.   [Zeige eine Slideshow]